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Unternehmensbörse für Handwerksbetriebe: Wo und wie Sie Ihren Betrieb inserieren

Die größte öffentliche Unternehmensbörse in Deutschland ist nexxt-change mit laut DIHK rund 8.000 Inseraten. Handwerksbetriebe inserieren dort meist über ihre Handwerkskammer oder IHK, anonym und mit Chiffre. Daneben gibt es kommerzielle Portale. Eine Börse erreicht vor allem Existenzgründer und externe Meister, Investorengruppen und Wettbewerber sprechen Sie besser direkt an.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Irgendwann stellt sich die Frage: Wo biete ich meinen Betrieb eigentlich an? Eine Anzeige in der Zeitung passt nicht, ein Schild an der Tür erst recht nicht. Für genau diesen Zweck gibt es Unternehmensbörsen. Sie verbinden Inhaber, die abgeben wollen, mit Menschen, die einen Betrieb suchen, und das anonym.

Definition

Eine Unternehmensbörse ist eine Plattform, auf der Inhaber ihren Betrieb anonym zur Übernahme anbieten und Kaufinteressenten Gesuche einstellen. Die Kontaktaufnahme läuft über eine Chiffre oder einen Vermittler, bis beide Seiten einer Offenlegung zustimmen.

Die wichtigsten Börsen im Überblick

BörseBetreiberWer dort suchtHinweis
nexxt-changeBundeswirtschaftsministerium mit Partnern wie Kammern, Verbänden und BankenExistenzgründer, externe Meister, kleinere KäuferGrößte öffentliche Börse, Inserat meist über einen Regionalpartner
Betriebsbörsen der HandwerkskammernHandwerkskammernMeister und Gesellen, die sich selbstständig machen wollenRegional, oft mit persönlicher Beratung
Kommerzielle UnternehmensbörsenPrivate AnbieterGemischt, auch Investoren und UnternehmerInserate meist kostenpflichtig
Kaufgesuche von InvestorenBeteiligungsgesellschaften, Handwerksgruppen, über Börsen und eigene SeitenGruppen, die planmäßig zukaufenSie antworten auf ein Gesuch statt selbst zu inserieren

Laut DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 stehen auf nexxt-change rund 8.000 aktuelle, anonymisierte Inserate. Nach einer Auswertung der Börse sind rund 70 Prozent der erfolgreichen Übergeber und Übernehmer der Meinung, dass sie ihre Lösung nur über nexxt-change finden konnten.

Was eine Börse leistet und was nicht

Eine Börse erreicht vor allem Menschen, die aktiv suchen. Das sind häufig Existenzgründer und Meister, die sich selbstständig machen wollen. Für Betriebe mit 5 bis 15 Mitarbeitern sind das oft genau die richtigen Käufer.

Für größere Betriebe reicht eine Börse selten allein. Investorengruppen, strategische Käufer und Wettbewerber suchen meist nicht auf Börsen, sie sprechen Inhaber direkt an. Wer diese Käufer erreichen will, braucht eine Ansprache über andere Wege. Welcher Käufertyp zu Ihrem Betrieb passt, steht unter Den richtigen Käufer erkennen. Einen Überblick über alle Wege gibt Wie finde ich einen Nachfolger.

So inserieren Sie, ohne erkannt zu werden

Die größte Sorge der meisten Inhaber: Mitarbeiter, Kunden oder Wettbewerber erkennen den Betrieb im Inserat. Das lässt sich vermeiden.

AngabeZu genauBesser
Ort„Pfullingen“„Landkreis Reutlingen“ oder „Region Neckar-Alb“
Branche„Kältetechnik mit Schwerpunkt Lebensmittelhandel“„Technische Gebäudeausrüstung“
Mitarbeiter„14“„10 bis 20“
Umsatz„2,37 Mio. Euro“„2 bis 3 Mio. Euro“
Gründungsjahr„1987“„über 30 Jahre am Markt“
Besonderheit„einziger Betrieb mit Zulassung X in der Region“weglassen

Jede einzelne Angabe wirkt harmlos. Erst die Kombination macht den Betrieb erkennbar. Lesen Sie Ihr Inserat einmal so, als wären Sie Ihr größter Wettbewerber. Wie ein gutes anonymes Profil aufgebaut ist, steht unter Kurzprofil für den Firmenverkauf.

Was nach dem Inserat passiert

  1. Anfragen kommen über die Chiffre. Sie oder Ihr Berater sehen, wer sich meldet.
  2. Sie prüfen die Interessenten. Wer ist das, welchen Hintergrund hat die Person, wie will sie finanzieren?
  3. Vertraulichkeitsvereinbarung. Erst danach erfährt der Interessent, um welchen Betrieb es geht. Die Vereinbarung lassen Sie vom Anwalt aufsetzen oder prüfen.
  4. Erstes Gespräch. Außerhalb des Betriebs, damit das Team nichts merkt.

Rechnen Sie mit Geduld. Viele Anfragen passen nicht, und manche Interessenten haben keine Finanzierung. Laut DIHK berichten vier von zehn Übernahmeinteressierten von Finanzierungsproblemen.

Wann Sie mit dem Inserat warten sollten

Ein Inserat ist ein Schaufenster. Stellen Sie nur ein, was einem Blick standhält:

  • Die Zahlen der letzten drei Jahre sind bereinigt und erklärbar.
  • Es gibt eine Antwort auf die Frage, wer den Betrieb ohne Sie führt.
  • Sie wissen, welchen Preis Sie mindestens brauchen.

Wer zu früh inseriert, bekommt Anfragen, die er nicht bedienen kann. Und ein Inserat, das monatelang ohne Abschluss online steht, wird von Suchenden als Ladenhüter gelesen.

Merksatz

Eine Unternehmensbörse bringt Ihren Betrieb vor die Menschen, die aktiv suchen. Investoren und Wettbewerber erreichen Sie auf anderen Wegen, und anonym bleiben Sie nur, wenn Ihr Inserat nichts Unverwechselbares verrät.

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Quellen

  • DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 (PDF), Angaben zu nexxt-change: https://www.dihk.de/resource/blob/134302/195174566635ef655907ea91b0ec327a/unternehmensentwicklung-dihk-report-unternehmensnachfolge-2025-data.pdf
  • DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025, Übersicht: https://www.dihk.de/de/newsroom/unternehmensnachfolge-report-2025-157794

Häufige Fragen

Auf nexxt-change, meist über Ihre Handwerkskammer oder IHK, auf den Betriebsbörsen der Kammern und auf kommerziellen Unternehmensbörsen. Für größere Betriebe kommt die direkte Ansprache von Wettbewerbern und Investorengruppen hinzu.

nexxt-change ist die Unternehmensbörse des Bundeswirtschaftsministeriums mit laut DIHK rund 8.000 anonymisierten Inseraten. Für kleinere und mittlere Handwerksbetriebe lohnt sie sich meist, weil dort viele Existenzgründer und Meister suchen.

Ja. Inserate laufen über eine Chiffre. Wichtig ist, dass Ort, Branche, Größe und Besonderheiten so allgemein beschrieben sind, dass niemand den Betrieb erkennt. Erst nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung erfährt ein Interessent den Namen.

Das ist sehr unterschiedlich. Rechnen Sie mit mehreren Monaten und damit, dass viele Anfragen nicht passen. Ein gut vorbereiteter Betrieb mit klarer Führung und sauberen Zahlen findet schneller einen passenden Käufer.

Für kleinere Betriebe oft ja. Wenn Ihr Betrieb für Investorengruppen oder Wettbewerber interessant ist, sollten Sie diese zusätzlich direkt ansprechen lassen, denn sie suchen selten auf Börsen.

Das hängt von der Börse ab. Klären Sie die Kosten vorab bei der jeweiligen Börse oder Ihrer Kammer. Kommerzielle Portale verlangen meist Gebühren, manche Anbieter zusätzlich eine Provision im Erfolgsfall. Fragen Sie deshalb immer nach allen Kosten.

Ja, und für viele Betriebe ist das sinnvoll. Achten Sie darauf, dass alle Interessenten dieselben Informationen in derselben Reihenfolge bekommen und jeder vorher eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreibt. Ein Berater hilft, die Gespräche zu koordinieren.

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