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Nachfolger einarbeiten: Die ersten sechs Monate nach der Übergabe

Einen Nachfolger arbeiten Sie meist in drei bis zwölf Monaten ein, bewährt sind sechs. Der Plan läuft in drei Phasen: Er begleitet Sie, dann übernimmt er und Sie begleiten, zum Schluss führt er allein und Sie sind nur noch erreichbar. Dazu gehört eine vollständige Übergabeliste mit Zugängen, Verträgen, Kunden, Lieferanten und Fristen.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Der Kaufvertrag ist unterschrieben. Für viele Inhaber fühlt sich das wie das Ende an. Tatsächlich beginnt jetzt die Phase, in der sich entscheidet, ob der Betrieb unter dem neuen Inhaber so weiterläuft, wie beide es sich vorgestellt haben. Und falls ein Teil des Kaufpreises später fließt, entscheidet sie auch über Ihr Geld.

Definition

Die Einarbeitung des Nachfolgers ist die geplante Übergabe von Aufgaben, Wissen, Kontakten und Zugängen vom bisherigen an den neuen Inhaber in einem festgelegten Zeitraum nach dem Verkauf, mit klarer Verteilung der Rollen in jeder Phase.

Wie lange die Einarbeitung dauert

LageÜbliche Dauer
Nachfolger kommt aus dem Betrieb und war schon Stellvertreter1 bis 3 Monate
Nachfolger kommt aus der Branche, aber von außen3 bis 6 Monate
Nachfolger ist branchenfremd oder Gründer6 bis 12 Monate
Investorengruppe, Sie bleiben als GeschäftsführerNach Vertrag, oft 1 bis 3 Jahre

Wie lange und in welcher Rolle Sie nach dem Verkauf bleiben, legen Sie vor der Unterschrift fest, siehe Ihre Rolle nach dem Firmenverkauf.

Der Plan in drei Phasen

PhaseZeitraum bei sechs MonatenWer führtIhre Rolle
1. BegleitenMonat 1 bis 2Sie, Nachfolger ist überall dabeiVormachen, erklären, vorstellen
2. ÜbernehmenMonat 3 bis 4NachfolgerDaneben sitzen, nur bei groben Fehlern eingreifen
3. LoslassenMonat 5 bis 6Nachfolger alleinErreichbar für Fragen, nicht mehr täglich im Betrieb

Phase 1: Begleiten

In den ersten Wochen stellen Sie den Nachfolger überall vor: Team, Top-Kunden, wichtige Lieferanten, Bank, Steuerberater, Innung. Machen Sie daraus einen festen Plan mit Terminen. Bei Kunden hilft der Leitfaden unter Kunden über die Betriebsübergabe informieren.

Parallel läuft die Wissensübergabe. Die Interviewmethode aus Wissen weitergeben vor dem Ruhestand funktioniert auch nach dem Verkauf: eine Stunde pro Woche, ein Thema, Stichpunkte in die Akte.

Phase 2: Übernehmen

Ab Monat drei entscheidet der Nachfolger. Sie sitzen daneben. Das ist die schwierigste Phase, weil Sie sehen, dass er manches anders macht. Solange es kein grober Fehler ist, lassen Sie es laufen und besprechen es abends unter vier Augen.

Phase 3: Loslassen

Sie sind nicht mehr täglich im Betrieb. Legen Sie feste Zeiten fest, zu denen der Nachfolger Sie erreichen kann, etwa zwei Stunden pro Woche. Mitarbeiter, die trotzdem zu Ihnen kommen, schicken Sie freundlich zum neuen Chef.

Die Übergabeliste

Diese Liste gehört in Phase 1 und ist spätestens am Ende der Einarbeitung vollständig abgehakt.

BereichWas übergeben wird
ZugängeBank, Software, Großhändlerportale, E-Mail-Konten, Internetseite, Domains, Telefonanlage
Schlüssel und CodesGebäude, Fahrzeuge, Tresor, Alarmanlage
VerträgeMiete, Leasing, Versicherungen, Wartungsverträge mit Kunden, Rahmenverträge mit Lieferanten
FristenVersicherungen, Prüftermine für Fahrzeuge und Geräte, Vertragsverlängerungen
KundenListe der wichtigsten Kunden mit Eigenheiten, Absprachen und Ansprechpartnern
LieferantenWer liefert was, Konditionen, Ansprechpartner im Notfall
MitarbeiterBesonderheiten, Absprachen, laufende Themen, soweit rechtlich zulässig
Behörden und KammernWelche Stellen informiert oder umgeschrieben werden müssen

Welche An- und Ummeldungen bei Kammer, Gewerbeamt, Finanzamt und Versicherungen nötig sind, hängt von der Art des Verkaufs ab. Das klären Käufer und Verkäufer mit Steuerberater und Anwalt, bevor die Übergabe beginnt.

Woran Sie merken, dass es funktioniert

  • Mitarbeiter fragen zuerst den Nachfolger.
  • Top-Kunden rufen den Nachfolger direkt an.
  • Die Monatszahlen entstehen ohne Ihr Zutun.
  • Der Nachfolger trifft Entscheidungen, die Sie anders getroffen hätten, und sie funktionieren trotzdem.

Die häufigsten Fehler

Keine Termine, nur „schauen wir mal“. Ohne festen Plan bleibt die Einarbeitung im Tagesgeschäft stecken.

Zu lange Phase 1. Wer monatelang nur begleitet, lernt nicht, selbst zu entscheiden.

Einmischen in Phase 3. Wer nach der Übergabe weiter täglich vorbeikommt, untergräbt den neuen Chef vor dem Team.

Die Übergabeliste fehlt. Drei Monate später fehlt ein Passwort, und der frühere Inhaber ist im Urlaub.

Merksatz

Eine gute Einarbeitung hat einen Plan mit drei Phasen, eine vollständige Übergabeliste und ein festes Ende. Danach führt der Nachfolger, auch wenn er es anders macht als Sie.

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Quellen

  • Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL. Behördliche und rechtliche Schritte beim Inhaberwechsel sind mit Steuerberater und Anwalt zu klären.

Häufige Fragen

Meist drei bis zwölf Monate, bewährt sind sechs. Kürzer, wenn der Nachfolger schon Stellvertreter war. Länger, wenn er branchenfremd ist. Legen Sie die Dauer vor der Unterschrift fest.

Zugänge zu Bank, Software und Portalen, Schlüssel und Codes, alle laufenden Verträge, Fristen, Kunden- und Lieferantenlisten mit Ansprechpartnern, Besonderheiten zu Mitarbeitern sowie die Stellen, die über den Inhaberwechsel informiert werden müssen.

Bei persönlichen Besuchen mit den wichtigsten Kunden in den ersten Wochen, bei denen der Nachfolger selbst spricht und den nächsten Termin vereinbart. Dazu ein Brief an Stamm- und Wartungskunden, den Sie beide unterschreiben.

Lassen Sie es laufen, solange es kein grober Fehler ist. Besprechen Sie Bedenken unter vier Augen. Vor dem Team stehen Sie hinter ihm, denn er ist jetzt der Chef.

Wenn Mitarbeiter und Kunden zuerst den Nachfolger fragen, die Übergabeliste vollständig abgehakt ist und die Monatszahlen ohne Sie entstehen. Dann endet Ihre tägliche Rolle wie vereinbart.

Sie gehen mit dem Betrieb an den Nachfolger. Verweisen Sie Kunden, die Sie privat anrufen, freundlich an ihn. Ein Kunde, der weiter mit Ihnen spricht, bindet sich schwer an den neuen Inhaber.

So oft, wie im Plan vereinbart, und in Phase drei nur noch zu festen Zeiten. Unangekündigte Besuche verunsichern Team und Nachfolger. Wenn Sie Kontakt halten wollen, vereinbaren Sie einen festen Termin, etwa einmal im Monat.

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