Verkaufsprozess 9 Min Lesezeit

Was kostet eine Exit-Readiness-Beratung?

Eine Exit-Readiness-Beratung wird im Mittelstand üblicherweise als monatliches Festhonorar (Retainer) über zwölf bis 24 Monate vereinbart, ergänzt um ein einmaliges Honorar für die anfängliche Voll-Analyse. Es gibt kein Erfolgshonorar und keine Provision auf den Kaufpreis. Die Höhe hängt von Betriebsgröße, Zahl der Standorte, Zustand der Zahlen und der gewünschten Begleitungsintensität ab — sie wird nach dem kostenlosen Erstgespräch und der Analyse konkret beziffert, nicht vorher pauschal.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Was kostet eine Exit-Readiness-Beratung — Inhaber und Berater besprechen Analyseangebot und monatliches Festhonorar

Das Abrechnungsmodell: Analyse plus Retainer

Exit-Readiness-Beratung besteht aus zwei Kostenblöcken. Erstens der einmaligen Voll-Analyse: eine strukturierte Aufnahme des Betriebs entlang der sechs Dimensionen der Verkaufsfähigkeit, mit schriftlichem Befund, Bewertungseinordnung und priorisiertem Maßnahmenplan. Zweitens der laufenden Begleitung als monatliches Festhonorar über zwölf bis 24 Monate, in der die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Das Erstgespräch und der erste Besuch vor Ort sind kostenlos und unverbindlich. Erst danach gibt es ein Angebot für die Analyse. Erst nach der Analyse steht fest, ob und in welcher Intensität eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Wer Ihnen vor dem ersten Blick in den Betrieb eine Preisliste vorlegt, verkauft ein Produkt, keine Beratung.

BausteinAbrechnungZeitpunkt
Erstgespräch (Telefon, 30 bis 45 Minuten)kostenlossofort
Besuch vor Ort, Zielklärungkostenlosinnerhalb weniger Wochen
Voll-Analyse des Betriebseinmaliges Festhonorarnach Angebot
Strategie- und Maßnahmenplanin der Analyse enthaltennach der Analyse
Laufende Begleitungmonatliches Festhonorar, 12 bis 24 Monateoptional, kündbar

Warum es kein Erfolgshonorar gibt

Ein Erfolgshonorar wird fällig, wenn verkauft wird. Damit hat der Berater ein wirtschaftliches Interesse daran, dass verkauft wird — und zwar möglichst bald. Genau dieses Interesse ist in der Vorbereitungsphase schädlich. Die richtige Antwort lautet in vielen Betrieben: noch nicht verkaufen, sondern erst 18 Monate lang die Inhaberabhängigkeit auflösen. Ein provisionsfinanzierter Berater kann diesen Rat nicht ohne Interessenkonflikt geben.

Ein Festhonorar dreht die Logik um: Bezahlt wird die Arbeit an der Substanz, nicht der Abschluss. Der Berater kann Ihnen sagen, dass ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler wäre, ohne sich damit selbst das Honorar zu streichen. Mehr zur Abgrenzung der Beratertypen steht im Vergleich welcher Berater bei der Unternehmensnachfolge passt.

Was den Preis bestimmt

FaktorWirkung auf das HonorarGrund
Umsatzgröße und MitarbeiterzahlsteigendMehr Prozesse, mehr Schnittstellen, mehr Beteiligte
Mehrere Standorte oder Gesellschaftendeutlich steigendKonsolidierung, Verrechnungen, getrennte Strukturen
Zustand der Zahlensteigend bei LückenOhne belastbares Reporting muss die Basis erst geschaffen werden
Gesellschafterkreissteigend bei mehrerenAbstimmung, unterschiedliche Ausstiegsziele
Gewünschte TaktungsteuerbarMonatlich, zweiwöchentlich oder wöchentlich begleitet
ZeitdrucksteigendKurze Vorläufe erfordern parallele statt sequenzielle Arbeit

Der größte Kostentreiber ist nicht die Betriebsgröße, sondern der Zustand der Unterlagen. Ein Betrieb mit monatlicher Auswertung, dokumentierten Prozessen und sauberer Vertragslage braucht deutlich weniger Begleitung als ein gleich großer Betrieb, in dem das Wissen ausschließlich im Kopf des Inhabers liegt. Was das konkret bedeutet, zeigt der Beitrag zur Inhaberabhängigkeit.

Was enthalten ist und was nicht

EnthaltenNicht enthalten
Analyse und schriftlicher BefundSteuerliche Gestaltungsberatung
Priorisierter Maßnahmen- und ZeitplanRechtsberatung und Vertragsgestaltung
Regelmäßige Arbeitstermine im BetriebWirtschaftsprüfung und Jahresabschluss
Aufbau von Reporting und Führungsebene 2Käufersuche und Vermittlung
Vorbereitung der Due-Diligence-UnterlagenNotar- und Registerkosten
Sparring für den InhaberErfolgsprovision auf den Kaufpreis

Steuer- und Rechtsberatung bleiben bei Ihren bestehenden Beratern. Die Zusammenarbeit mit Steuerberater und Anwalt ist Teil der Begleitung, ihre Leistung wird aber getrennt abgerechnet. Welche Kostenblöcke im eigentlichen Verkaufsprozess dazukommen, steht in der Übersicht was ein Unternehmensverkauf kostet.

Abgrenzung zu M&A-Honoraren

ModellTypische StrukturWann sinnvoll
Exit-Readiness-RetainerFesthonorar, monatlich, kündbar12 bis 36 Monate vor dem Verkauf
M&A-Mandatkleinerer Sockel plus Erfolgsprovision auf den Kaufpreiswenn der Betrieb verkaufsreif ist
StundenhonorarAbrechnung nach Aufwandpunktuelle Einzelfragen
Kammerberatungkostenlos bis geringerste Orientierung

Die beiden Modelle konkurrieren nicht, sie liegen zeitlich hintereinander. Exit-Readiness bereitet den Betrieb vor, das M&A-Mandat führt den Verkauf durch. Ein vorbereiteter Betrieb erzielt im M&A-Prozess in der Regel ein höheres Multiple und übersteht die Due Diligence ohne Preisnachverhandlung.

Rechnet sich das?

Die Rechnung ist einfach: Der Kaufpreis eines mittelständischen Betriebs ergibt sich aus dem bereinigten Ergebnis multipliziert mit einem Faktor. Dieser Faktor bewegt sich in Handwerk und Bau typischerweise zwischen 3,8 und 5,0 (DUB KMU-Multiples, Stand Q2/2026). Ein Betrieb, der ohne den Inhaber läuft, saubere Zahlen liefert und wiederkehrende Umsätze nachweist, landet am oberen Rand dieser Spanne oder darüber. Ein inhaberabhängiger Betrieb landet am unteren Rand — oder findet keinen Käufer.

Bei einem bereinigten Ergebnis von 500.000 Euro liegt zwischen Faktor 3,8 und Faktor 5,0 eine Differenz von 600.000 Euro. Gegen diese Differenz ist ein zweijähriges Beratungshonorar ein kleiner Posten. Eine erste eigene Einordnung liefert der Firmenwert-Rechner.

Woran Sie Seriosität erkennen

Seriös ist keine Pauschalzahl vor dem ersten Blick in den Betrieb. Unseriös ist jedes Angebot, das ein Ergebnis garantiert oder einen Kaufpreis verspricht.

So kommen Sie zur konkreten Zahl

  1. Erstgespräch am Telefon, 30 bis 45 Minuten, kostenlos: Ausgangslage, Zeithorizont, Ziele.
  2. Besuch vor Ort, kostenlos: Betrieb ansehen, Menschen kennenlernen, Zielbild schärfen.
  3. Angebot für die Voll-Analyse mit festem Preis und festem Termin.
  4. Voll-Analyse und schriftlicher Befund mit priorisiertem Maßnahmenplan.
  5. Angebot für die Begleitung mit monatlichem Festhonorar und definierter Laufzeit.
  6. Entscheidung: Zusammenarbeit oder saubere Trennung mit dem Plan in der Hand.

Wer den Zustand seines Betriebs vorher selbst einschätzen will, nutzt den Exit-Readiness-Selbstcheck. Zehn Fragen, ein Score, drei konkrete Handlungsfelder.

Den vollständigen Ablauf einer geordneten Übergabe beschreibt der Leitfaden Unternehmensverkauf im Mittelstand.

Kostenlose Einschätzung, unverbindlich

Sie sagen, wo Ihr Betrieb steht. Ich sage Ihnen ehrlich, was ihn heute verkäuflich macht — und was in 12 bis 24 Monaten realistisch ist. Kostenlos, ohne Provision.

Häufige Fragen

Üblich sind zwei Blöcke: ein einmaliges Festhonorar für die Voll-Analyse und ein monatliches Festhonorar für die Begleitung über zwölf bis 24 Monate. Die Höhe hängt von Betriebsgröße, Standortzahl, Zustand der Zahlen und Begleitungsintensität ab und wird nach dem kostenlosen Erstgespräch und dem Besuch vor Ort konkret beziffert.

Nein. Exit-Readiness-Beratung arbeitet provisionsfrei. Ein Erfolgshonorar würde ein Interesse am schnellen Verkauf schaffen, obwohl die richtige Empfehlung häufig lautet, zuerst 18 Monate an der Substanz zu arbeiten.

Nein. Erstgespräch und erster Besuch vor Ort sind kostenlos und unverbindlich. Kosten entstehen erst mit der beauftragten Voll-Analyse, für die es vorher ein Angebot mit festem Preis gibt.

Typisch sind zwölf bis 24 Monate. Betriebe mit sehr hoher Inhaberabhängigkeit brauchen eher 24 Monate, gut vorbereitete Betriebe kommen mit zwölf Monaten Feinschliff aus. Der Retainer ist kündbar, eine Mindestbindung über die vereinbarte Laufzeit hinaus gibt es nicht.

Nein. Steuerliche Gestaltung und Vertragsgestaltung bleiben bei Steuerberater und Rechtsanwalt und werden dort getrennt abgerechnet. Die Abstimmung mit diesen Beratern ist Teil der Begleitung.

M&A-Mandate arbeiten überwiegend mit einer Erfolgsprovision auf den Kaufpreis, ergänzt um einen kleineren monatlichen Sockel. Exit-Readiness arbeitet ausschließlich mit Festhonorar. Beide Modelle liegen zeitlich hintereinander: erst vorbereiten, dann verkaufen.

Beratungsleistungen zur Verbesserung der betrieblichen Struktur sind in der Regel Betriebsausgaben, Kosten mit direktem Bezug zum Veräußerungsvorgang werden anders behandelt. Die Zuordnung sollte vorab mit dem Steuerberater geklärt werden.

Je nach Bundesland existieren Beratungsförderprogramme, deren Bedingungen sich laufend ändern. Kammern bieten zudem kostenfreie Erstberatungen zur Unternehmensnachfolge an. Erkundigen Sie sich vor Beauftragung bei Ihrer Kammer oder Landesförderbank.

Dann endet die Zusammenarbeit mit der Analyse. Sie behalten den schriftlichen Befund und den Maßnahmenplan und können ihn intern oder mit anderen Beratern umsetzen. Eine Anschlussverpflichtung gibt es nicht.

Ab etwa 500.000 Euro Jahresumsatz. Darunter steht der Aufwand einer strukturierten Vorbereitung häufig in keinem Verhältnis zum erzielbaren Kaufpreis, und die einfacheren Wege — Übergabe an einen Mitarbeiter oder geordnete Abwicklung — sind meist die besseren.