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Multiple für IT-Systemhäuser: Welcher Faktor ist realistisch?

Für IT-Systemhäuser unter 5 Millionen Euro Umsatz liegt das EBIT-Multiple aktuell zwischen dem 4,8- und 7,0-Fachen (Deutsche Unternehmerbörse, KMU-Multiples, Stand Q2/2026). Häuser ab etwa 10 Millionen Euro Umsatz erreichen 7,0 bis 9,5. Über die Position im Band entscheidet vor allem der Anteil vertraglich gesicherter wiederkehrender Umsätze, danach Kundenstreuung, Technikerauslastung und Unabhängigkeit vom Inhaber.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Multiple IT-Systemhaus — Technikerarbeitsplätze mit Monitoren und Monitoring-Dashboards im Systemhaus

IT-Systemhäuser werden im Mittelstand überdurchschnittlich bewertet — aber nicht pauschal. Zwei Häuser mit gleichem Ergebnis liegen im Kaufpreis regelmäßig 40 Prozent auseinander, je nachdem, wie viel des Umsatzes vertraglich gesichert ist.

Die aktuellen Faktorbänder

UmsatzklasseEBIT-MultipleTypische Käufer
unter 1 Mio. Euro3,5 bis 4,8Einzelkäufer, benachbartes Systemhaus
1 bis 5 Mio. Euro4,8 bis 7,0Regionale Systemhäuser, Buy-and-Build-Plattformen
5 bis 10 Mio. Euro6,0 bis 8,0IT-Gruppen, Beteiligungsgesellschaften
über 10 Mio. Euro7,0 bis 9,5Strategische Konzerne, Private Equity

Quelle

Deutsche Unternehmerbörse (DUB), KMU-Multiples für IT-Dienstleistung und Software, Stand Q2/2026. Es handelt sich um Transaktionsbänder, nicht um garantierte Preise.

Recurring als stärkster Hebel

Anteil wiederkehrender UmsätzeTypischer FaktorBegründung
unter 25 Prozent4,0 bis 5,0Projektgeschäft, jedes Jahr neu zu gewinnen
25 bis 50 Prozent5,0 bis 6,0Grundauslastung gesichert, Rest schwankt
50 bis 70 Prozent6,0 bis 7,0Planbare Basis, gut finanzierbar
über 70 Prozent7,0 bis 9,0Wie ein Abonnementgeschäft bewertet

Wichtig ist die Belegbarkeit: Vertrag, Laufzeit, Kündigungsfrist, Monatsbetrag. Eine gewachsene Betreuungsroutine ohne Vertrag zählt bei Käufern nicht als wiederkehrender Umsatz. Praxisleitfaden dazu: Wiederkehrende Umsätze aufbauen.

Was den Faktor hebt und senkt

MerkmalWirkung auf den Faktor
Managed-Service-Verträge mit 24 Monaten Laufzeit+ 0,5 bis 1,2
Kein Kunde über 10 Prozent Umsatzanteil+ 0,3 bis 0,7
Technikerauslastung über 75 Prozent mit sauberer Zeiterfassung+ 0,2 bis 0,5
Standardisierte Kundenumgebungen und dokumentierte Prozesse+ 0,3 bis 0,6
Vertrieb und Technik unabhängig vom Inhaber+ 0,4 bis 0,8
Hoher Hardwarehandelsanteil mit dünner Marge− 0,3 bis 0,6
Kundenbindung an einzelne Techniker− 0,3 bis 0,7
Fehlende Dokumentation der Kundenumgebungen− 0,4 bis 0,8
Ein Kunde über 25 Prozent Umsatzanteil− 0,5 bis 1,0

Vom Faktor zum Kaufpreis

RechenschrittBeispiel in Euro
Bereinigtes EBIT260.000
× Faktor 6,01.560.000
+ nicht betriebsnotwendiges Vermögen+ 180.000
− Nettofinanzverbindlichkeiten− 90.000
= Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile1.650.000

Den vollständigen Rechenweg mit allen Bereinigungspositionen zeigt IT-Systemhaus bewerten.

Quellen und Einordnung

  • Deutsche Unternehmerbörse (DUB): KMU-Multiples nach Branche, Stand Q2/2026.
  • DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 zur Angebots- und Nachfragelage im Mittelstand.
  • Erfahrungswerte aus der Begleitung inhabergeführter IT-Dienstleister in Baden-Württemberg.

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Häufige Fragen

Für Häuser unter 5 Millionen Euro Umsatz liegt das EBIT-Multiple aktuell bei 4,8 bis 7,0 (Deutsche Unternehmerbörse, Stand Q2/2026). Ab 10 Millionen Euro Umsatz sind 7,0 bis 9,5 erreichbar. Der Recurring-Anteil bestimmt maßgeblich die Position im Band.

Wegen der Vertragsstruktur. Managed Services und Wartungsverträge erzeugen planbare, übertragbare Erträge mit geringer Kapitalbindung. Diese Planbarkeit senkt das Risiko des Käufers und wird direkt im Faktor bezahlt.

Sie kursieren, sind aber unbrauchbar, sobald Hardwarehandel im Umsatz steckt. Ein Haus mit 40 Prozent Handelsanteil hat bei gleichem Umsatz eine völlig andere Ertragskraft. Bewertet wird das bereinigte EBIT.

Indem Sie bestehende Betreuungskunden in schriftliche Managed-Service-Verträge mit Laufzeit überführen. Dieser Schritt ist meist innerhalb von zwölf Monaten machbar und wirkt unmittelbar auf Faktor und Finanzierbarkeit.

Häufig ja, weil sie Verwaltung, Einkauf und Servicedesk bündeln können. Dafür erwarten sie belastbare Kennzahlen, standardisierte Prozesse und in der Regel eine Übergangsphase des Inhabers von zwölf bis vierundzwanzig Monaten.

Die genannten Werte haben den Stand Q2/2026 und werden quartalsweise fortgeschrieben. Sie beruhen auf abgeschlossenen Transaktionen und reagieren daher verzögert auf Marktveränderungen.