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SHK-Betrieb Multiple: Welcher Faktor für Ihren Betrieb realistisch ist

Für SHK-Betriebe unter 5 Millionen Euro Umsatz liegt das Multiple aktuell zwischen dem 3,8- und 5,0-Fachen des bereinigten Ergebnisses, für Betriebe zwischen 5 und 50 Millionen Euro zwischen dem 4,4- und 5,8-Fachen (Deutsche Unternehmerbörse, KMU-Multiples, Stand Q2/2026). Diese Bandbreite gilt für die Branche. Ob Sie am unteren oder oberen Ende landen, entscheiden im Wesentlichen vier Dinge: der Wartungsbestand, die Inhaberabhängigkeit, die Kundenstreuung und die Qualität Ihrer Zahlen.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

SHK-Betrieb Multiple — Servicetechniker prüft eine Heizungsanlage im Rahmen eines Wartungsvertrags

»Ich habe gehört, Handwerksbetriebe gehen für das Sechs- bis Achtfache weg.« Diesen Satz höre ich regelmäßig. Er stammt fast immer aus einem Bericht über einen Verkauf, bei dem entweder eine ganz andere Größenordnung, eine ganz andere Branche oder eine ganz andere Bezugsgröße im Spiel war. Diese Seite räumt damit auf.

Den vollständigen Rechenweg — von der Bereinigung bis zum Kaufpreis — finden Sie unter SHK-Betrieb Bewertung. Hier geht es ausschließlich um den Faktor.

Die aktuelle Bandbreite und woher sie kommt

Der SHK-Betrieb wird in den gängigen Multiplikator-Übersichten dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe zugeordnet. Die Deutsche Unternehmerbörse erhebt diese Werte quartalsweise als aggregierte Einschätzung von über 25 M&A-Beratern und Finanzinstituten im deutschsprachigen Raum (Quelle: Deutsche Unternehmerbörse, DUB KMU-Multiples, Stand Q2/2026, dub.de/de/kmu-multiples).

UmsatzgrößeMultiple-BandbreiteBedeutung
unter 5 Mio. Euro3,8 bis 5,0Der Bereich, in dem die meisten SHK-Betriebe liegen
5 bis 50 Mio. Euro4,4 bis 5,8Größere Betriebe, breiterer Käuferkreis

Achten Sie auf eine verbreitete Verwechslung: Kategorien wie »Anlagen- und Maschinenbau« oder »Gebäudetechnik-Hersteller« weisen höhere Werte aus und meinen Herstellung, nicht Installation. Wer diese Zahlen auf einen Installationsbetrieb überträgt, überschätzt den Wert um ein bis zwei Faktorpunkte.

EBIT oder EBITDA: Der Unterschied kostet Geld

EBIT ist das Ergebnis nach Abschreibungen, EBITDA das Ergebnis davor. Bei einem SHK-Betrieb mit zwölf Servicefahrzeugen, Werkstattausstattung und Lagertechnik liegen zwischen beiden Größen schnell 60.000 bis 100.000 Euro pro Jahr.

Ein Beispiel: 135.000 Euro EBIT, 205.000 Euro EBITDA. Mit dem Faktor 4,6 ergibt das einmal 621.000 Euro und einmal 943.000 Euro. Wer die Bezugsgröße nicht klärt, verhandelt aneinander vorbei.

Praxisregel

Klären Sie in der ersten Preisdiskussion drei Dinge schriftlich: die Bezugsgröße (EBIT oder EBITDA), den Betrachtungszeitraum (welche Jahre, welche Gewichtung) und die anerkannten Bereinigungen. Ohne das ist jede Faktorzahl bedeutungslos.

Grundsätzliches zur Multiple-Systematik im Handwerk steht unter EBITDA-Multiple im Handwerk.

Zuschläge und Abschläge im Detail

Käufer arbeiten selten mit einer expliziten Punkteliste, aber die Logik ist immer dieselbe: Jede Eigenschaft, die das Risiko der Fortführung senkt, hebt den Faktor. Jede Eigenschaft, die den Käufer nach der Übernahme unter Druck setzt, senkt ihn.

Merkmal Ihres BetriebsWirkung auf den FaktorErläuterung
Über 500 schriftliche Wartungsverträge mit Preisgleitklausel+ 0,4 bis 0,8Planbarer Umsatz, unabhängig von der Investitionslaune der Kunden
Angestellter Meister als eingetragener Betriebsleiter+ 0,3 bis 0,6Der Betrieb bleibt nach Ihrem Ausscheiden zulassungsfähig
Kein Kunde über 10 Prozent Umsatzanteil+ 0,2 bis 0,4Kein Klumpenrisiko in der Erlösbasis
Auftrags- und Serviceabwicklung digital im System+ 0,2 bis 0,4Prüfbar in der Due Diligence, übertragbar an den Nachfolger
Inhaber kalkuliert jeden Auftrag selbst− 0,5 bis 1,0Der Kern der Wertschöpfung geht mit Ihnen
Ein Bauträger über 30 Prozent Umsatz− 0,4 bis 0,8Käufer rechnet mit Abgang nach der Übernahme
Buchhaltung nur als Jahresabschluss, keine monatliche Auswertung− 0,3 bis 0,6Der Käufer kann die Zahlen nicht prüfen und rechnet Sicherheitsabschläge
Überalterte Belegschaft ohne Nachwuchs− 0,3 bis 0,5Der Käufer erbt ein Personalproblem
Offene Gewährleistungsfälle ohne Rückstellung− 0,2 bis 0,5Direkt bezifferbares Risiko

[Nicht verifiziert] Die Punktwerte in dieser Tabelle sind Erfahrungswerte aus Verkaufsprozessen und Käufergesprächen, keine veröffentlichte Statistik. Sie zeigen Richtung und Größenordnung, nicht eine mathematisch belegbare Formel. Die DUB nennt als wesentliche Einflussgrößen ausdrücklich die Inhaberabhängigkeit im Wettbewerbsvergleich und die Abhängigkeit von einzelnen Kunden.

Vergleich zu den Nachbargewerken

Viele SHK-Inhaber vergleichen sich mit dem Elektrobetrieb im selben Gewerbegebiet oder mit dem Metallbauer um die Ecke. Der Vergleich ist sinnvoll, weil er zeigt, woher Unterschiede kommen.

GewerkEinordnungEntscheidender Unterschied
SHKBauhaupt-/Baunebengewerbe, 3,8 bis 5,0Wartungsverträge und Störungsdienst als wiederkehrende Basis
ElektroBauhaupt-/Baunebengewerbe, 3,8 bis 5,0Gesetzlich vorgeschriebene Prüfungen, ähnlich planbar
MetallbauBauhaupt-/Baunebengewerbe, 3,8 bis 5,0Projektgeschäft, weniger Wiederkehr, Maschinenpark bindet Kapital
Maschinenbau-Zulieferereigene, höhere KategorieSerienfertigung, Rahmenverträge, aber starke Kundenklumpen

Die Detailseiten dazu: Elektrobetrieb Multiple, Metallbaubetrieb verkaufen und Maschinenbau-Zulieferer verkaufen.

Was den Faktor nicht bewegt

Ebenso wichtig wie die Hebel ist die Liste der Dinge, die im Verkaufsgespräch regelmäßig als Argument vorgebracht werden und schlicht nicht wirken.

  • Ein hoher Umsatz bei niedrigem Ergebnis. Der Käufer kauft den Ertrag, nicht die Aktivität.
  • Neue Fahrzeuge kurz vor dem Verkauf. Der Käufer hätte diese Investition anders getaktet und bewertet sie selten voll.
  • Ein volles Auftragsbuch für die nächsten sechs Monate. Das ist die Erwartung, nicht der Zuschlag.
  • Der gute Ruf im Ort. Zählt, aber nur, wenn er an der Firma hängt und nicht an Ihrem Nachnamen.
  • Jahrzehntelange Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiter ohne dokumentiertes Wissen. Das ist ein Risiko, kein Wert.

In zwölf Monaten im Faktorband nach oben

Ein halber Faktorpunkt klingt wenig. Bei 135.000 Euro bereinigtem Ergebnis sind es knapp 68.000 Euro Kaufpreis. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, weil sie mit den Maßnahmen beginnt, die am schnellsten sichtbar werden.

ZeitraumMaßnahmeWirkung
Monat 1 bis 3Monatliche betriebswirtschaftliche Auswertung mit Deckungsbeitrag je Auftragsart einführenPrüfbarkeit, Vertrauen
Monat 2 bis 6Alle Wartungskunden auf schriftliche Verträge mit Preisgleitklausel umstellenGrößter Einzelhebel
Monat 3 bis 9Kalkulation und Angebotsfreigabe an zwei Mitarbeiter übertragen, Freigabegrenzen definierenSenkt Inhaberabhängigkeit
Monat 6 bis 12Betriebsleiterfrage klären: Meisterqualifikation im Haus sichern, Eintragung vorbereitenZulassungsfähigkeit ohne Sie
Monat 9 bis 12Größten Kunden anteilig entlasten durch gezielte Akquise kleinerer ServicekundenSenkt Klumpenrisiko
Monat 12Drei Wochen Abwesenheit ohne Erreichbarkeit als BelastungstestDer ehrlichste Nachweis

Die konkrete Arbeit an der Inhaberabhängigkeit — der teuerste Einzelposten in fast jedem SHK-Betrieb — ist unter Inhaberabhängigkeit im SHK-Betrieb beschrieben.

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Häufige Fragen

Unter 5 Millionen Euro Umsatz das 3,8- bis 5,0-Fache des bereinigten Ergebnisses, zwischen 5 und 50 Millionen Euro das 4,4- bis 5,8-Fache (Deutsche Unternehmerbörse, Stand Q2/2026). Die meisten inhabergeführten SHK-Betriebe liegen im unteren bis mittleren Bereich, weil der Inhaber operativ stark eingebunden ist.

Beides ist im Markt üblich, deshalb muss die Bezugsgröße vor jeder Preisdiskussion geklärt werden. Bei einem SHK-Betrieb mit großem Fuhrpark liegen zwischen EBIT und EBITDA oft 60.000 bis 100.000 Euro pro Jahr, was beim Faktor 4,6 mehr als 300.000 Euro Kaufpreisunterschied bedeutet.

Erfahrungsgemäß 0,4 bis 0,8 Faktorpunkte, wenn die Verträge schriftlich vorliegen, terminiert im System hinterlegt sind und eine Preisanpassungsregel enthalten. Mündliche Wartungsbeziehungen zählen nicht, weil ein Käufer sie in der Prüfung nicht belegen kann.

Weil Installationshandwerk projektgetrieben und personalintensiv ist, während Fertigungsbetriebe mit Rahmenverträgen und Serienproduktion planbarer wirken. Zusätzlich sind Handwerksbetriebe im Mittelstand stärker inhaberabhängig, was Käufer direkt im Faktor abbilden.

Selten. Neue Fahrzeuge oder Maschinen kurz vor dem Verkauf werden vom Käufer meist nicht voll bezahlt, weil er die Investition anders getaktet hätte. Wirksamer sind Maßnahmen an Wartungsbestand, Führungsstruktur und Zahlenqualität — sie kosten wenig und heben den Faktor direkt.

Sichtbare Effekte bei Zahlenqualität und Wartungsverträgen entstehen in sechs bis zwölf Monaten. Die Inhaberabhängigkeit braucht länger, meist achtzehn bis vierundzwanzig Monate, weil Kalkulation und Kundenkontakt tatsächlich übergeben werden müssen und der Nachweis Zeit braucht.