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Multiple für Dachdeckerbetriebe: Welcher Faktor ist realistisch?

Dachdeckerbetriebe unter 1 Million Euro Umsatz werden aktuell mit dem 3,4- bis 4,8-Fachen des bereinigten EBIT gehandelt, Betriebe zwischen 1 und 5 Millionen Euro mit dem 4,3- bis 6,2-Fachen (Deutsche Unternehmerbörse, KMU-Multiples Bauhandwerk, Stand Q2/2026). Über die Position im Band entscheiden vor allem der Anteil wiederkehrender Wartungsumsätze, ein angestellter Meister und die Frage, ob die Kolonnen ohne den Inhaber arbeiten.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Multiple Dachdeckerbetrieb — Betriebshof mit Fahrzeugen, Gerüstmaterial und Dachziegeln eines Dachdeckerbetriebs

Multiples sind kein Preisschild, sondern eine Bandbreite aus abgeschlossenen Transaktionen. Zwei Dachdeckerbetriebe mit identischem Ergebnis liegen im Kaufpreis regelmäßig 40 Prozent auseinander — der Unterschied steckt fast immer in der Planbarkeit der Erträge.

Die aktuellen Faktorbänder

UmsatzklasseEBIT-MultipleTypische Käufer
unter 1 Mio. Euro3,4 bis 4,8Meister aus dem eigenen Betrieb, Nachbarbetrieb
1 bis 5 Mio. Euro4,3 bis 6,2Regionale Bauhandwerksgruppen, MBI-Käufer
über 5 Mio. Euro5,2 bis 7,0Handwerksplattformen, Beteiligungsgesellschaften

Quelle

Deutsche Unternehmerbörse (DUB), KMU-Multiples für Bau- und Ausbauhandwerk, Stand Q2/2026. Transaktionsbänder, keine garantierten Preise.

Wartungsbestand als stärkster Hebel

Anteil Wartung und Inspektion am UmsatzTypischer FaktorBegründung
unter 5 Prozent3,4 bis 4,2Reines Projektgeschäft, jedes Jahr neu zu gewinnen
5 bis 15 Prozent4,2 bis 5,0Grundauslastung im Winter, planbare Basis
15 bis 25 Prozent5,0 bis 5,8Stabiler Deckungsbeitrag, gut finanzierbar
über 25 Prozent5,8 bis 6,5Wie ein Servicegeschäft bewertet

Belegbarkeit entscheidet: Vertrag, Objektliste, Turnus, Jahrespreis. Eine gewachsene Gewohnheit, jedes Frühjahr beim gleichen Kunden die Rinnen zu reinigen, zählt für den Käufer nicht als wiederkehrender Umsatz. Vorgehen dazu: Wiederkehrende Umsätze aufbauen.

Was den Faktor hebt und senkt

MerkmalWirkung auf den Faktor
Angestellter Dachdeckermeister mit Eintragung+ 0,4 bis 0,9
Wartungsverträge mit Laufzeit und Preisgleitklausel+ 0,4 bis 0,9
Zwei eigenständige Kolonnen mit Vorarbeitern+ 0,3 bis 0,7
Auftragsbestand über sechs Monate+ 0,2 bis 0,5
Digitale Zeiterfassung und Nachkalkulation+ 0,2 bis 0,4
Inhaber ist einziger Meister− 0,6 bis 1,2
Umsatz stark von Sturmschäden getrieben− 0,3 bis 0,7
Ein Generalunternehmer über 30 Prozent Umsatz− 0,4 bis 0,9
Offene Gewährleistungsfälle− 0,3 bis 0,8

Vom Faktor zum Kaufpreis

RechenschrittBeispiel in Euro
Bereinigtes EBIT160.000
× Faktor 5,0800.000
+ nicht betriebsnotwendiges Vermögen+ 70.000
− Nettofinanzverbindlichkeiten− 120.000
= Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile750.000

Den vollständigen Rechenweg mit allen Bereinigungen zeigt Dachdeckerbetrieb bewerten.

Quellen und Einordnung

  • Deutsche Unternehmerbörse (DUB): KMU-Multiples nach Branche, Stand Q2/2026.
  • DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025 zur Angebots- und Nachfragelage im Handwerk.
  • Erfahrungswerte aus der Begleitung inhabergeführter Bauhandwerksbetriebe in Baden-Württemberg.

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Häufige Fragen

Unter 1 Million Euro Umsatz liegt das EBIT-Multiple bei 3,4 bis 4,8, zwischen 1 und 5 Millionen Euro bei 4,3 bis 6,2 (Deutsche Unternehmerbörse, Stand Q2/2026). Wartungsanteil und angestellter Meister bestimmen die Position im Band.

Weil der Ertrag stärker vom Personal und von wetterabhängigen Projekten abhängt. Wiederkehrende Verträge sind seltener, die Kapitalbindung in Fahrzeugen und Gerüst ist höher, und die Meisterpflicht verkleinert den Käuferkreis.

Sie kursieren mit 30 bis 60 Prozent des Jahresumsatzes, sind aber nur eine grobe Plausibilitätsprüfung. Bei hohem Material- oder Nachunternehmeranteil führen sie deutlich in die Irre. Bewertet wird das bereinigte EBIT.

Durch einen angestellten Meister und schriftliche Wartungsverträge. Beides ist meist innerhalb von zwölf Monaten machbar und wirkt unmittelbar auf Faktor und Finanzierbarkeit, weil es das Risiko des Käufers senkt.

Häufig ja, weil sie Einkauf, Verwaltung und Disposition bündeln. Dafür verlangen sie belastbare Kennzahlen, Nachkalkulation je Auftrag und in der Regel eine Übergangsphase des Inhabers von zwölf bis vierundzwanzig Monaten.

Sie haben den Stand Q2/2026 und werden quartalsweise fortgeschrieben. Da sie auf abgeschlossenen Transaktionen beruhen, reagieren sie mit Verzögerung auf Zins- und Konjunkturveränderungen im Bau.