Nachfolge im GaLaBau-Betrieb: Wer übernimmt und wie es abläuft
Für Garten- und Landschaftsbaubetriebe kommen vier Käufergruppen in Frage: eigene Bauleiter und Vorarbeiter, benachbarte Betriebe, externe Käufer ohne Meisterbrief und regionale GaLaBau- oder Facility-Gruppen. Weil das Gewerk zulassungsfrei ist, ist der Käuferkreis größer als in den meisten Handwerken. Rechnen Sie von der Vorbereitung bis zur vollständigen Übergabe mit zwei bis vier Jahren.
Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Der Garten- und Landschaftsbau ist eine der wenigen Handwerksbranchen mit strukturellem Rückenwind: Kommunen, Wohnungsgesellschaften und private Auftraggeber vergeben mehr, als die Betriebe abarbeiten können. Das hilft beim Verkauf — löst aber nicht das Problem, wenn der Betrieb ohne den Inhaber nicht planen und kalkulieren kann.
Die vier Käufergruppen
| Käufertyp | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| Bauleiter oder Vorarbeiter aus dem Betrieb | Kennt Objekte, Kunden und Kolonnen | Meist wenig Eigenkapital, braucht Verkäuferdarlehen |
| Benachbarter GaLaBau-Betrieb | Zahlt oft am besten, kennt den Markt | Standort und Marke gehen häufig auf |
| Externer Käufer ohne Meisterbrief | Zulassungsfreies Gewerk, breiter Kreis möglich | Braucht fachliche Führung im Betrieb |
| GaLaBau- oder Facility-Gruppe | Professionelle Abwicklung, hoher Faktor | Verlangt Kennzahlen, Reporting, Übergangsphase |
Zur Auswahl des passenden Käufers: Den richtigen Käufer erkennen.
Zulassungsfrei: Ihr Vorteil
Der Garten- und Landschaftsbau gehört zu den zulassungsfreien Handwerken nach Anlage B der Handwerksordnung. Ein Käufer benötigt für die Fortführung keinen Meisterbrief. Damit kommen auch kaufmännisch geprägte Käufer, Quereinsteiger und Beteiligungsgesellschaften in Frage — ein spürbarer Vorteil gegenüber zulassungspflichtigen Gewerken.
Wichtig bleibt
Zulassungsfrei heißt nicht führungsfrei. Fachliche Kompetenz muss im Betrieb bleiben. Ein erfahrener Bauleiter oder Meister im Angestelltenverhältnis ist für externe Käufer die entscheidende Voraussetzung.
Ablauf und Zeitplan
| Phase | Dauer | Inhalt |
|---|---|---|
| Standortbestimmung | 1 bis 3 Monate | Zahlen bereinigen, Wertkorridor ermitteln, Ziele klären |
| Exit-Vorbereitung | 12 bis 24 Monate | Pflegeverträge, Bauleiterebene, Nachkalkulation, Maschinenübersicht |
| Käufersuche | 6 bis 18 Monate | Ansprache, Vertraulichkeit, Vorauswahl |
| Prüfung und Verhandlung | 3 bis 6 Monate | Due Diligence, Kaufvertrag, Finanzierung |
| Übergabe | 6 bis 24 Monate | Objekt- und Kundenübergabe, Einarbeitung, Rückzug |
Betriebshof, Maschinen, Grundstücke
- Klären Sie früh, ob der Betriebshof mitverkauft, vermietet oder behalten wird.
- Prüfen Sie mit Ihrem Steuerberater, ob eine Betriebsaufspaltung vorliegt — der Anteilsverkauf kann steuerliche Folgen für die Immobilie haben.
- Erstellen Sie eine vollständige Maschinenliste mit Baujahr, Betriebsstunden, Restwert und Finanzierung.
- Prüfen Sie Leasing- und Kreditverträge auf Change-of-Control-Klauseln.
- Trennen Sie privat genutzte Geräte und Fahrzeuge sauber vom Betriebsvermögen.
Zu Change-of-Control: Change-of-Control-Klauseln prüfen.
Die häufigsten Fehler
- Pflegekunden bleiben mündlich vereinbart und zählen für den Käufer nicht.
- Der Inhaber kalkuliert, disponiert und betreut Kunden allein.
- Die Immobilienfrage wird erst in der Kaufvertragsverhandlung geöffnet.
- Der Preis wird aus dem besten Jahr abgeleitet, statt über drei Jahre geglättet.
- Schlüsselkräfte erfahren vom Verkauf durch Gerüchte und kündigen mitten in der Prüfung.
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