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Malerbetrieb Multiple: Welcher Faktor 2026 realistisch ist

Für Maler- und Lackiererbetriebe unter 5 Millionen Euro Umsatz liegt der EBIT-Faktor aktuell zwischen dem 3,8- und 5,6-Fachen (Deutsche Unternehmerbörse, KMU-Multiples, Stand Q2/2026). Betriebe unter zehn Mitarbeitenden mit mitarbeitendem Chef liegen am unteren Rand, Betriebe mit Betriebsleiter, Rahmenverträgen und stabilen Kolonnen am oberen.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Multiple Malerbetrieb — Betriebshof mit Fahrzeugen, Leitern und Gerüstmaterial eines Malerbetriebs

Im Malerhandwerk entscheidet nicht die Auftragslage über den Faktor, sondern die Frage, wer die Aufträge abwickelt, wenn der Chef nicht da ist. Handwerkliche Qualität ist Voraussetzung, kein Preisargument.

Den vollständigen Rechenweg zeigt Malerbetrieb bewerten.

Das aktuelle Faktorband

BetriebstypRealistischer EBIT-FaktorKennzeichen
Betrieb mit bis zu 5 Mitarbeitenden, Chef arbeitet mit2,8 bis 3,8Auftragsbuch statt Unternehmen
Betrieb mit 6 bis 15 Mitarbeitenden, Vorarbeiter vorhanden3,8 bis 4,8Kolonnen laufen, Kalkulation beim Chef
Betrieb mit Betriebsleiter und Rahmenverträgen4,8 bis 5,6Abwicklung und Akquise übertragbar
Betrieb mit Spezialisierung, etwa Denkmalpflege oder Industriebeschichtung5,2 bis 6,2Knappe Kompetenz, bessere Margen

Quelle

Bandbreiten nach den KMU-Multiples der Deutschen Unternehmerbörse (Bau- und Ausbaugewerbe), Stand Q2/2026. Erfahrungswerte aus abgeschlossenen Transaktionen, keine Garantie für den Einzelfall.

Was den Faktor hebt und senkt

MerkmalWirkung auf den Faktor
Betriebsleiter oder Meister, der Kalkulation und Baustellen verantwortet+ 0,5 bis 1,0
Mehrjährige Rahmenverträge mit Wohnungsgesellschaften oder Hausverwaltungen+ 0,4 bis 0,8
Stabile Kolonnen mit geringer Fluktuation+ 0,3 bis 0,6
Eigene Auszubildende und Nachwuchs im Betrieb+ 0,2 bis 0,4
Digitale Zeiterfassung und Nachkalkulation je Baustelle+ 0,2 bis 0,4
Chef steht selbst auf der Baustelle und kalkuliert alle Angebote− 0,8 bis 1,5
Ein Generalunternehmer über 30 Prozent des Umsatzes− 0,5 bis 1,0
Überalterter Fuhrpark und Investitionsstau− 0,3 bis 0,6
Häufige Gewährleistungsfälle− 0,3 bis 0,8

Warum Personal der eigentliche Werttreiber ist

Gesellen sind knapp. Ein Käufer, der einen Malerbetrieb übernimmt, kauft vor allem eingespielte Kolonnen — das ist der Grund, warum überhaupt gekauft und nicht neu gegründet wird. Ein Betrieb mit vierzehn langjährigen Mitarbeitenden und geringer Fluktuation ist deshalb deutlich mehr wert als einer mit gleichem Ergebnis und Zeitarbeitsanteil.

Umgekehrt gilt: Kündigt nach Bekanntwerden des Verkaufs die halbe Belegschaft, ist der Kaufpreis weg. Deshalb gehört die Kommunikationsplanung zur Vorbereitung, siehe Mitarbeiter beim Verkauf schützen.

Was ein Faktorpunkt konkret bedeutet

Bereinigtes EBITFaktor 3,8Faktor 4,8Faktor 5,6
100.000 Euro380.000480.000560.000
150.000 Euro570.000720.000840.000
220.000 Euro836.0001.056.0001.232.000
350.000 Euro1.330.0001.680.0001.960.000

Der Weg nach oben im Band

  1. Kalkulation und Angebotsfreigabe an einen Meister übertragen und die Freigabegrenzen schriftlich festlegen.
  2. Rahmenverträge abschließen oder verlängern, bevor der Verkauf ansteht.
  3. Nachkalkulation je Baustelle einführen, damit die Marge belegbar wird.
  4. Fluktuation senken und Ausbildung wieder aufnehmen.
  5. Fuhrpark und Geräte planvoll erneuern statt kurz vor dem Verkauf auf Verschleiß zu fahren.

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Häufige Fragen

Aktuell 3,8 bis 5,6 auf das bereinigte EBIT bei Betrieben unter 5 Millionen Euro Umsatz (Deutsche Unternehmerbörse, Stand Q2/2026). Kleinbetriebe mit mitarbeitendem Chef liegen darunter, spezialisierte Betriebe darüber.

Weil das Geschäft projektgetrieben, konjunkturabhängig und personalintensiv ist. Es gibt kaum vertraglich gesicherte Wiederholungsumsätze, und die Marge hängt an der Auslastung der Kolonnen.

Er stützt den Preis, hebt den Faktor aber selten allein. Käufer fragen, ob die Aufträge auskömmlich kalkuliert sind. Ein voller Auftragsbestand mit dünner Marge kann sogar ein Warnsignal sein.

Er wirkt zweiseitig. Ein Betrieb mit stabiler Mannschaft ist begehrter, weil Personal kaum zu bekommen ist. Ein Betrieb mit hoher Fluktuation wird abgewertet, weil der Käufer das Problem miterbt.

Teilweise. Kalkulation abzugeben und Nachkalkulation einzuführen geht in zwölf Monaten. Rahmenverträge und eine belegbar niedrige Fluktuation brauchen zwei bis drei Jahre.

Ein übernehmender Wettbewerber rechnet mit Synergien bei Verwaltung und Einkauf und zahlt oft am oberen Rand. Ein einzelner Meister finanziert privat und liegt meist darunter, bietet dafür aber Kontinuität für das Team.