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Kälte- und Klimabetrieb verkaufen: Was Käufer suchen und was Ihren Preis bestimmt

Kälte- und Klimabetriebe gehören zu den gefragten Handwerksbetrieben, Investorengruppen suchen öffentlich nach ihnen. Käufer schauen vor allem auf Wartungsverträge, auf Sachkundenachweise im Team und darauf, ob Kunden und Anlagenwissen am Inhaber hängen. Den Preis bestimmen bereinigter Gewinn und Risiko, eine eigene Führungsebene hebt den Faktor.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Kälte- und Klimatechnik ist ein Gewerk, das Käufer mögen. Supermärkte, Gastronomie, Industrie und Rechenzentren brauchen funktionierende Kühlung, und zwar ohne Unterbrechung. Dazu kommen Klimaanlagen und Wärmepumpen im Gewerbe. Das Ergebnis sind viele Wartungskunden, Notdienste und planbare Umsätze.

Gleichzeitig ist das Gewerk klein, und Fachkräfte sind knapp. Wer einen Kälte- und Klimabetrieb kauft, kauft vor allem ein Team, das diese Anlagen beherrscht. Genau hier liegt die größte Chance und das größte Risiko beim Verkauf.

Definition

Einen Kälte- und Klimabetrieb verkaufen heißt, einen Betrieb mit Planung, Einbau, Wartung und Notdienst für Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen samt Team, Kundenstamm und Wartungsverträgen an einen neuen Inhaber zu übergeben.

Wer Kälte- und Klimabetriebe kauft

KäufertypWas er suchtTypisch für
Investorengruppe der GebäudetechnikWartungsgeschäft, Fachkräfte, RegionBetriebe mit eigener Führungsebene
SHK- oder ElektrobetriebErgänzung um Kälte und KlimaBetriebe, die ihr Angebot erweitern wollen
Wettbewerber aus der RegionKunden und TechnikerKleinere Betriebe
Mitarbeiter oder MeisterEigene SelbstständigkeitBetriebe mit 5 bis 15 Mitarbeitern

Investorengruppen suchen öffentlich nach inhabergeführten Betrieben der Kälte- und Klimatechnik, etwa in Kaufgesuchen auf Unternehmensbörsen. Was das für Sie bedeutet, steht unter An einen Investor verkaufen.

Worauf Käufer in diesem Gewerk schauen

PrüfpunktWarumWas Sie vorbereiten
WartungsverträgePlanbarer Umsatz, KundenbindungListe mit Anlagen, Laufzeiten, Preisen und Verlängerungsquote
Sachkunde im TeamArbeiten an Anlagen mit bestimmten Kältemitteln setzen Nachweise vorausNachweisliste je Mitarbeiter und für den Betrieb
NotdienstZeigt Kundenbindung, belastet aber das TeamWer ist eingeteilt, wie oft, was bringt er ein
KundenstrukturGroßkunden wie Handelsketten bringen Umsatz und KlumpenrisikoAnteil der größten Kunden, Vertragslage
AnlagenwissenÄltere Anlagen kennt oft nur der ChefAnlagendatei mit Baujahr, Kältemittel, Besonderheiten
Altersstruktur der TechnikerTechniker sind der EngpassAltersliste mit Nachfolgeplan

Welche Nachweise im Einzelnen nötig sind und woran sie gebunden sind, klären Sie mit Ihrem Fachverband und der Handwerkskammer. Wie Sie Nachweise auf mehrere Schultern verteilen, steht unter Zertifikate beim Firmenverkauf.

Was den Preis treibt und was ihn drückt

Treibt den PreisDrückt den Preis
Hoher Anteil Wartungsverträge mit PreisanpassungWartung zum Selbstkostenpreis
Mehrere Techniker mit allen nötigen NachweisenNachweise liegen nur beim Inhaber
Eigener Meister oder Projektleiter im TagesgeschäftInhaber kalkuliert und plant alle Anlagen selbst
Breite Kundenbasis aus Handel, Gastronomie und IndustrieEin Großkunde mit großem Umsatzanteil
Digitale Anlagen- und WartungsdatenAnlagenwissen nur im Kopf
Stabile NotdienstregelungNotdienst hängt am Chef

Wie Käufer den Wert berechnen, steht unter Unternehmenswert steigern. Warum Wartungsverträge den Faktor heben, erklärt Wartungsverträge und Firmenwert.

Die drei häufigsten Schwachstellen

Der Chef ist der Notdienst. In vielen kleinen Kältebetrieben nimmt der Inhaber nachts selbst das Telefon ab. Für einen Käufer heißt das: Nach dem Verkauf fehlt der Notdienst. Bauen Sie eine Rufbereitschaft im Team auf, die ohne Sie funktioniert.

Das Anlagenwissen steckt im Kopf. Welche Anlage beim Kunden welche Eigenheiten hat, weiß oft nur, wer sie vor 15 Jahren gebaut hat. Legen Sie eine Anlagendatei an. Wie Sie dieses Wissen weitergeben, steht unter Wissen weitergeben vor dem Ruhestand.

Großkunden hängen am Inhaber. Die Filialleiter der Handelskette rufen seit 20 Jahren Sie an. Übergeben Sie diese Beziehungen rechtzeitig, siehe Wenn Kunden nur mit dem Chef sprechen wollen.

Rechenbeispiel: Was die Unterschiede ausmachen

Zwei Kälte- und Klimabetriebe mit gleichem Gewinn:

RechenbeispielBetrieb ABetrieb B
Bereinigtes EBIT240.000 €240.000 €
AusgangslageNotdienst und Nachweise beim Inhaber, 25 % WartungRufbereitschaft im Team, Nachweise bei vier Technikern, 45 % Wartung
Angenommener Faktor3,85,0
Unternehmenswert912.000 €1.200.000 €
Unterschied288.000 €

Gleicher Gewinn, fast 300.000 Euro Unterschied. Der Käufer bezahlt bei Betrieb B für ein Team und einen Wartungsbestand, die ohne den Chef funktionieren. Die Faktoren sind angenommen und keine Marktwerte.

Erste Schritte

  1. Machen Sie den Test zur Inhaberabhängigkeit, um zu sehen, wo Ihr Betrieb an Ihnen hängt.
  2. Erstellen Sie die Nachweisliste und die Anlagendatei.
  3. Rechnen Sie aus, welcher Anteil Ihres Umsatzes aus Wartung und Notdienst kommt.
  4. Grenzen Sie den Wert mit dem Firmenwert-Rechner ein.

Merksatz

Ein Käufer kauft bei einem Kälte- und Klimabetrieb vor allem Techniker mit Nachweisen und Kunden mit Wartungsverträgen. Beides muss ohne den Inhaber funktionieren.

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Quellen

  • Kaufgesuche von Investorengruppen unter anderem für Kälte- und Klimatechnik, concess Unternehmensbörse: https://www.concess.de/unternehmensboerse/kaufgesuche/alle

Häufige Fragen

Investorengruppen der Gebäudetechnik, SHK- und Elektrobetriebe, die ihr Angebot erweitern, Wettbewerber aus der Region und eigene Mitarbeiter. Investorengruppen interessieren sich vor allem für Betriebe mit Wartungsgeschäft und eigener Führung.

Das ergibt sich aus dem bereinigten Gewinn mal einem Faktor, der vom Risiko abhängt. Viele Wartungsverträge, ausreichend Techniker mit Nachweisen und eine eigene Führung heben den Faktor. Eine erste Einordnung gibt der Firmenwert-Rechner.

Personengebundene Nachweise bleiben bei der Person. Liegen sie nur bei Ihnen, fehlen sie nach dem Verkauf. Sorgen Sie dafür, dass mindestens zwei Personen im Team die nötigen Nachweise haben, und klären Sie betriebsbezogene Nachweise mit der ausstellenden Stelle.

Ja. Ein Notdienst, der am Inhaber hängt, fällt mit dem Verkauf weg. Eine Rufbereitschaft im Team zeigt dem Käufer, dass der Betrieb auch nachts und am Wochenende ohne Sie funktioniert.

Prüfen Sie zuerst Ihr Team, dann Wettbewerber und angrenzende Gewerke wie SHK und Elektro. Für größere Betriebe kommen Investorengruppen dazu. Mehr dazu unter Den richtigen Käufer erkennen.

Rechnen Sie mit 18 bis 24 Monaten, vor allem wegen Nachweisen im Team, Kundenübergabe und Notdienst. Wer früher anfängt, verkauft aus einer stärkeren Position.

Wenn Ihr Betrieb Wartungsgeschäft, eine eigene Führung und genug Techniker hat, oft ja, weil Gruppen genau solche Betriebe suchen. Achten Sie auf die sichere Auszahlung, die Rückbeteiligung und Ihre Rolle nach dem Verkauf, siehe An einen Investor verkaufen.

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