Inhaberabhängigkeit 5 Min Lesezeit

Stellvertreter aufbauen: Die rechte Hand, die Ihr Betrieb braucht

Einen Stellvertreter bauen Sie in zwölf Monaten auf: Person auswählen, Befugnisse mit Betragsgrenzen schriftlich festlegen, im Team offiziell benennen und dann schrittweise mehr Entscheidungen abgeben. Die richtige Person sagt Kunden und Kollegen auch mal Nein und bleibt voraussichtlich länger im Betrieb als Sie.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Die Frage ist einfach: Wer entscheidet, wenn Sie morgen vier Wochen ausfallen? Bei vielen Betrieben mit 8 bis 25 Mitarbeitern lautet die ehrliche Antwort: niemand. Dann ruft das Team im Krankenhaus an. Oder es wartet.

Ein Stellvertreter ändert das. Er ist die erste Person, die ein Käufer kennenlernen will, und oft der wichtigste Mensch für den Kaufpreis nach Ihnen.

Definition

Ein Stellvertreter ist die Person, die den Inhaber bei Abwesenheit in allen laufenden Entscheidungen vertritt, mit schriftlich festgelegten Befugnissen und Betragsgrenzen, und die das Team als solche kennt.

Stellvertreter, zweite Führungsebene, Betriebsleiter: der Unterschied

Die Begriffe werden oft gemischt. Für Ihre Planung ist die Unterscheidung wichtig.

StellvertreterZweite FührungsebeneExterner Betriebsleiter
WerEine Person aus dem TeamZwei bis vier Personen mit eigenen BereichenNeu eingestellte Führungskraft
AufgabeVertritt Sie im GanzenFührt je einen BereichÜbernimmt die operative Leitung
AufwandGering bis mittelMittel bis hochHoch, Gehalt und Einarbeitung
Zeit bis wirksam6 bis 12 Monate12 bis 24 Monate6 bis 12 Monate plus Suche
Passt fürBetriebe ab etwa 6 MitarbeiternBetriebe ab etwa 15 MitarbeiternWenn im Team niemand geeignet ist

Für die meisten Betriebe ist der Stellvertreter der erste Schritt. Die zweite Führungsebene baut darauf auf.

Wer in Frage kommt

Nicht der Beste auf der Baustelle ist automatisch der richtige Stellvertreter. Achten Sie auf fünf Punkte:

  1. Das Team akzeptiert die Person. Fragen Sie sich, wem Ihre Leute heute schon folgen, wenn Sie nicht da sind.
  2. Die Person kann Nein sagen. Zu Kunden, zu Kollegen, zu Ihnen.
  3. Die Person versteht Zahlen. Sie muss nicht bilanzieren können. Aber sie muss wissen, was eine Stunde kostet und wann ein Auftrag Geld verliert.
  4. Die Person will es. Fragen Sie direkt. Manche gute Fachkraft will keine Verantwortung, und das ist in Ordnung.
  5. Die Person bleibt. Wer in drei Jahren in Rente geht, hilft Ihnen beim Verkauf wenig.

Fällt Ihnen niemand ein, der mindestens vier dieser Punkte erfüllt, brauchen Sie eine Person von außen. Planen Sie dafür sechs Monate Suche ein.

Befugnisse schriftlich festlegen

Der häufigste Fehler: Der Stellvertreter wird benannt, aber niemand weiß, was er darf. Dann fragt er Sie weiter. Legen Sie die Befugnisse schriftlich fest, mit Grenzen.

BereichDarf allein entscheiden (Beispiel)Mit Info an SieNur mit Ihnen
Einkaufbis 5.000 € je Bestellung5.000 bis 20.000 €über 20.000 €
Angebotebis 30.000 € netto30.000 bis 80.000 €über 80.000 €
ReklamationenKulanz bis 1.500 €Kulanz bis 5.000 €darüber
PersonalUrlaub, Einsatzplanung, Abmahnungsgespräch vorbereitenNeueinstellung HelferKündigung, Einstellung Fachkräfte
LieferantenTagesgeschäft, TermineWechsel eines LieferantenRahmenverträge

Die Beträge sind Beispiele. Passen Sie sie an Ihre Größe an. Wichtig ist, dass es Grenzen gibt und dass sie im Team bekannt sind. Wie Sie Entscheidungen grundsätzlich verteilen, steht unter Verantwortung abgeben.

Der Aufbau in zwölf Monaten

ZeitraumWas passiertWoran Sie Fortschritt erkennen
Monat 1Gespräch, Zusage, Befugnisse schriftlichUnterschriebene Befugnisliste
Monat 2Offizielle Vorstellung im Team und bei Top-LieferantenTeam fragt bei Routinefragen den Stellvertreter
Monat 3 bis 6Wöchentliches Gespräch, 30 Minuten, Fälle der Woche durchgehenWeniger Rückfragen an Sie
Monat 4Erste Abwesenheit, eine WocheProtokoll: Was ging nicht ohne Sie?
Monat 7 bis 9Befugnisgrenzen erhöhen, Kundentermine alleinKunden nennen den Stellvertreter beim Namen
Monat 10 bis 12Zwei bis drei Wochen AbwesenheitBetrieb läuft, Protokoll mit wenigen Punkten

Die Abwesenheiten sind der eigentliche Test. Wie Sie ihn auswerten, steht unter Übergabefähigkeit testen.

Geld und Titel

Wer mehr Verantwortung trägt, will das auch sehen. Rechnen Sie mit einer Zulage. Wie hoch, hängt von Ihrem Betrieb und Ihrer Region ab. Genauso wichtig ist der Titel: „Stellvertretende Betriebsleitung“ oder „Betriebsleiter“ auf der Visitenkarte zeigt Kunden und Team, dass es ernst gemeint ist.

Überlegen Sie außerdem, wie Sie die Person halten, wenn der Verkauf kommt. Ein Käufer fragt danach. Eine Prämie, die an einen erfolgreichen Übergang geknüpft ist, ist ein häufiger Weg. Die genaue Gestaltung klären Sie mit Ihrem Steuerberater und Anwalt. Mehr zum Halten wichtiger Leute steht unter Schlüsselpersonen absichern.

Was schiefgeht

Sie benennen, aber übergeben nichts. Ohne Befugnisse ist der Stellvertreter ein Bote.

Sie überstimmen vor dem Team. Wenn Sie eine Entscheidung ändern müssen, dann unter vier Augen. Sonst weiß das Team, dass sein Wort nichts gilt.

Die Person ist allein mit der Aufgabe. Das wöchentliche Gespräch in den ersten sechs Monaten ist Pflicht. Dort lernt Ihr Stellvertreter, wie Sie denken.

Wenn im Team niemand für die Vertretung in Frage kommt, lesen Sie Betriebsleiter einstellen.

Merksatz

Ein Stellvertreter ohne schriftliche Befugnisse ist ein Bote. Erst die Grenzen, bis zu denen er allein entscheidet, machen ihn zur Vertretung.

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Quellen

  • Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL. Betragsgrenzen und Zeiträume sind Richtwerte.

Häufige Fragen

Heute oft niemand. Das ändern Sie, indem Sie eine Person offiziell als Stellvertreter benennen, ihre Befugnisse schriftlich festlegen und sie im Team und bei wichtigen Lieferanten vorstellen. Ohne diese drei Schritte bleibt die Vertretung Theorie.

Schauen Sie, wem Ihr Team heute schon folgt, wenn Sie nicht da sind. Prüfen Sie dann, ob die Person Nein sagen kann, Zahlen versteht, die Aufgabe will und länger bleibt als Sie. Wer vier dieser fünf Punkte erfüllt, kommt in Frage.

Einen Stellvertreter, wenn im Team jemand geeignet ist. Einen Betriebsleiter von außen, wenn niemand in Frage kommt oder der Betrieb groß genug für eine hauptamtliche Leitung ist. Der Stellvertreter ist günstiger und schneller wirksam.

Rund zwölf Monate, bis er Sie zwei bis drei Wochen am Stück vertreten kann. Die ersten Wirkungen, weniger Rückfragen an Sie, spüren Sie meist nach drei Monaten.

Was Sie schriftlich festlegen. Bewährt haben sich Betragsgrenzen für Einkauf, Angebote und Kulanz sowie eine klare Liste, was bei Personalfragen allein geht und was bei Ihnen bleibt. Die Tabelle oben ist ein Beispiel zum Anpassen.

Weil er zeigt, dass der Betrieb ohne Sie läuft. Er ist oft die erste Person, die ein Käufer kennenlernen will. Ein Betrieb mit erprobter Vertretung wirkt weniger riskant, und das zahlt sich im Preis aus.

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