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Bauunternehmen verkaufen: Was Käufer an Aufträgen, Risiken und Team prüfen

Ein Bauunternehmen kaufen meist Bauleiter oder Poliere aus dem Team, Wettbewerber oder größere Baugruppen. Käufer prüfen Auftragsbestand und Kalkulation, offene Gewährleistung aus abgeschlossenen Bauvorhaben, den Bürgschaftsrahmen bei der Bank, Maschinenpark und Nachunternehmer und ob Akquise und Bauleitung am Inhaber hängen.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Ein Bauunternehmen lebt von Aufträgen, die Monate oder Jahre laufen. Das macht den Verkauf besonders. Anders als bei einem Wartungsbetrieb steht beim Verkauf immer ein Stapel laufender Baustellen im Raum, dazu Gewährleistung aus fertigen Bauvorhaben und Bürgschaften bei der Bank. Mit dem Betrieb übernimmt ein Käufer auch laufende Verpflichtungen.

Deshalb prüfen Käufer bei Baufirmen besonders gründlich, und deshalb braucht die Vorbereitung Zeit.

Definition

Ein Bauunternehmen verkaufen heißt, einen Betrieb des Bauhauptgewerbes, etwa im Hochbau, Tiefbau oder in der Sanierung, samt Team, Maschinen, laufenden Aufträgen, Kundenbeziehungen und den damit verbundenen Verpflichtungen an einen neuen Inhaber zu übergeben.

Wer Bauunternehmen kauft

KäufertypWas er suchtTypisch für
Bauleiter oder Polier aus dem TeamEigene SelbstständigkeitKleinere und mittlere Baufirmen
Wettbewerber aus der RegionKapazität, Fachkräfte, AufträgeFirmen mit guter Auslastung
Größere BaugruppeRegionale Präsenz, Kolonnen, GeräteFirmen mit eigener Bauleitung
BauträgerEigene AusführungskapazitätFirmen, die bereits für Bauträger arbeiten

Weil Fachkräfte am Bau knapp sind, ist das Team oft der eigentliche Kaufgrund. Wie Sie sich bei Wettbewerbern schützen, steht unter An einen Wettbewerber verkaufen.

Worauf Käufer bei einer Baufirma schauen

PrüfpunktWarumWas Sie vorbereiten
AuftragsbestandZeigt Auslastung und Marge der nächsten MonateListe laufender und beauftragter Projekte mit Volumen und kalkulierter Marge
Kalkulation und NachkalkulationAm Bau entscheidet die Kalkulation über Gewinn oder VerlustNachkalkulation abgeschlossener Projekte
GewährleistungMängel aus fertigen Bauvorhaben können Jahre später kostenListe offener Mängel und Rückstellungen
BürgschaftsrahmenOhne Bürgschaften keine größeren AufträgeAvalrahmen bei Bank oder Versicherer, Stand der Inanspruchnahme
Maschinen und GeräteHoher KapitaleinsatzAnlagenliste mit Alter, Zustand, Prüfungen
NachunternehmerQualität und VerlässlichkeitStamm-Nachunternehmer, Abhängigkeiten
Akquise und BauleitungOft beim InhaberWer bekommt die Aufträge, wer führt die Baustellen

Der Bürgschaftsrahmen ist ein Punkt, den viele Inhaber unterschätzen. Er hängt oft an der Bonität des Betriebs und manchmal an persönlichen Sicherheiten des Inhabers. Wie er beim Verkauf auf den Käufer übergeht oder ersetzt wird, klären Sie früh mit Ihrer Bank und Ihrem Anwalt. Auch die Behandlung der Gewährleistung im Kaufvertrag gehört zum Anwalt.

Was den Preis treibt und was ihn drückt

Treibt den PreisDrückt den Preis
Guter Auftragsbestand mit auskömmlicher MargeAufträge zu Kampfpreisen
Saubere Nachkalkulation über mehrere JahreKeine Nachkalkulation, Marge unbekannt
Wenig offene GewährleistungStreitige Mängel, laufende Prozesse
Bauleiter akquirieren und führen selbstständigChef holt jeden Auftrag und führt jede Baustelle
Breite Auftraggeberbasis, auch öffentliche und SanierungEin Bauträger mit großem Anteil
Gepflegter MaschinenparkInvestitionsstau bei Geräten und Fuhrpark

Wie Sie die Kalkulation übergeben, steht unter Kalkulation abgeben. Wie Käufer einen Investitionsstau abziehen, erklärt Investitionsstau vor dem Verkauf.

Der richtige Zeitpunkt

Der Zeitpunkt des Verkaufs hat bei Baufirmen besonderes Gewicht. Wer mitten in einem großen Projekt verkauft, übergibt ein offenes Risiko. Planen Sie den Übergang so, dass möglichst wenige große Projekte gerade in der kritischen Phase sind. Und verkaufen Sie nicht aus einem schwachen Jahr heraus, wenn Sie es vermeiden können. Käufer schauen auf drei Jahre, ein schlechtes Jahr drückt den Durchschnitt.

Rechenbeispiel: Was die Unterschiede ausmachen

Zwei Bauunternehmen mit gleichem Durchschnittsgewinn der letzten drei Jahre:

RechenbeispielBetrieb ABetrieb B
Bereinigtes EBIT300.000 €300.000 €
AusgangslageChef akquiriert, offene Mängel aus zwei ProjektenBauleiter akquirieren, saubere Nachkalkulation, wenig offene Gewährleistung
Angenommener Faktor3,04,0
Unternehmenswert900.000 €1.200.000 €
Abzug für Gewährleistungsrisiken-150.000 €0 €
Preis nach Abzug750.000 €1.200.000 €
Unterschied450.000 €

Offene Gewährleistung wirkt doppelt: Sie drückt den Faktor und führt oft zu einem zusätzlichen Abzug oder Einbehalt. Die Faktoren sind angenommen und keine Marktwerte.

Erste Schritte

  1. Nachkalkulation der letzten drei Jahre aufbereiten.
  2. Liste offener Gewährleistungsthemen und Rückstellungen erstellen.
  3. Bürgschaftsrahmen und Sicherheiten mit der Bank besprechen.
  4. Akquise und Bauleitung schrittweise an Bauleiter übergeben.
  5. Den Test zur Inhaberabhängigkeit machen.

Merksatz

Beim Bauunternehmen kauft der Käufer Aufträge, Team und Verpflichtungen. Je sauberer Kalkulation, Gewährleistung und Bürgschaften dokumentiert sind, desto weniger Risikoabschlag verlangt er.

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Quellen

  • Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL. Gewährleistung, Bürgschaften und Vertragsübergang sind mit Bank und Anwalt zu klären.

Häufige Fragen

Meist Bauleiter oder Poliere aus dem eigenen Team, Wettbewerber aus der Region, größere Baugruppen und Bauträger, die eigene Ausführungskapazität suchen.

Das ergibt sich aus dem bereinigten Gewinn der letzten Jahre mal einem Faktor, der vom Risiko abhängt. Ein guter Auftragsbestand mit Marge, saubere Nachkalkulation, wenig offene Gewährleistung und eine eigene Bauleitung heben den Wert.

Das regeln Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag, einschließlich der Frage, wer für Mängel aus früheren Projekten einsteht. Legen Sie dem Käufer eine vollständige Projektliste vor und lassen Sie die Regelungen von Ihrem Anwalt gestalten.

Bürgschaftsrahmen und die dafür gegebenen Sicherheiten müssen beim Verkauf geklärt werden, gerade wenn Sie persönlich haften. Sprechen Sie früh mit Ihrer Bank und Ihrem Anwalt, damit Sie nach dem Verkauf nicht weiter für Risiken des Käufers einstehen.

Meist zwei bis drei Jahre, damit die Nachkalkulation mehrerer Jahre vorliegt, Akquise und Bauleitung übergeben sind und der Verkauf nicht mitten in ein großes Projekt fällt.

Möglich ist das, aber es erhöht das Risiko für den Käufer und damit den Abschlag. Besser ist ein Zeitpunkt, an dem große Projekte entweder abgeschlossen oder noch am Anfang sind. Die Regelungen für laufende Projekte gestaltet Ihr Anwalt.

Käufer berücksichtigen laufende Leasingverträge bei der Bewertung, oft ähnlich wie Schulden. Legen Sie eine Liste aller Verträge mit Laufzeit und Rate vor. Wie sich das auf Ihren Kaufpreis auswirkt, rechnen Sie mit Ihrem Steuerberater durch.

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