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Firmenverkauf diskret vorbereiten: So bleibt es unter uns

Einen Firmenverkauf bereiten Sie diskret vor, indem Sie den Kreis der Eingeweihten klein halten, Umbauten im Betrieb mit Gründen begründen, die auch ohne Verkauf gelten, Käufergespräche außerhalb des Betriebs führen und Daten nur gegen Vertraulichkeitsvereinbarung herausgeben. Legen Sie außerdem vorher fest, was Sie sagen, wenn doch Gerüchte entstehen.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

In einem Betrieb mit 15 Leuten bleibt wenig geheim. Ein fremdes Auto auf dem Hof, ein Chef, der plötzlich Ordner kopiert, ein Anruf, bei dem er die Tür schließt. Nach zwei Wochen fragt der erste Monteur in der Pause, ob der Chef verkaufen will. Nach vier Wochen wissen es die Kunden. Und der beste Geselle hat sich beim Wettbewerber beworben.

Das lässt sich mit guter Planung vermeiden.

Definition

Einen Firmenverkauf diskret vorbereiten heißt, den Betrieb verkaufsfähig zu machen und Käufer anzusprechen, während nur ein kleiner, bewusst gewählter Personenkreis davon weiß. Alle anderen erfahren es geplant, zu einem festgelegten Zeitpunkt.

Der Kreis der Eingeweihten

PersonWeiß es abWarum
Ihr Partner oder Ihre PartnerinSofortDie Entscheidung betrifft die Familie, siehe Mit der Familie über den Verkauf sprechen
SteuerberaterFrühBereinigte Zahlen und steuerliche Fragen
Berater für den VerkaufFrühVorbereitung und Käuferansprache
AnwaltWenn Verträge anstehenVertraulichkeitsvereinbarung, Kaufvertrag
BankBei BedarfEtwa wenn Darlehen abgelöst werden
Ihr StellvertreterWenn der Käufer ihn kennenlernen willKäufer wollen Schlüsselpersonen sprechen
Übriges TeamWenn der Käufer feststehtGeplante Information, siehe Mitarbeiter informieren
KundenNach dem TeamGeplante Information

Jede Person in diesem Kreis sollte wissen, dass es vertraulich ist. Bei Beratern und Anwälten ist das selbstverständlich, beim Stellvertreter sagen Sie es ausdrücklich.

Umbauen, ohne Verdacht zu wecken

Die Vorbereitung verändert den Betrieb sichtbar: Ein Stellvertreter wird benannt, Kunden bekommen neue Ansprechpartner, Abläufe werden aufgeschrieben. Das weckt Fragen. Die gute Nachricht: Jede dieser Maßnahmen hat einen Grund, der auch ohne Verkauf stimmt.

MaßnahmeBegründung, die auch ohne Verkauf gilt
Stellvertreter benennen„Ich will nicht, dass alles steht, wenn ich mal krank bin.“
Kunden neue Ansprechpartner geben„Wir verteilen die Kunden auf mehr Schultern.“
Abläufe dokumentieren„Wir wollen neue Kollegen schneller einarbeiten.“
Monatliche Zahlen einführen„Ich will früher sehen, wo wir stehen.“
Kürzertreten„Ich bin 61 und will weniger arbeiten.“

Alle diese Sätze sind wahr. Sie müssen nicht lügen, Sie sagen nur nicht alles. Wie Sie die Maßnahmen umsetzen, steht unter Inhaberabhängigkeit reduzieren.

Käufergespräche außer Haus

  • Erste Gespräche nie im Betrieb. Café, Hotel, Büro des Beraters oder Steuerberaters.
  • Betriebsbesichtigung außerhalb der Arbeitszeit. Samstag oder abends, wenn niemand da ist. Erfinden Sie keine Legende für den Besucher, denn fliegt sie auf, verlieren Sie das Vertrauen Ihres Teams.
  • Telefonate über das eigene Handy.
  • Unterlagen digital. Ein geschützter Online-Datenraum statt Ordner im Kopierer.

Daten nur gegen Unterschrift

Bevor ein Interessent Zahlen oder den Namen Ihres Betriebs erfährt, unterschreibt er eine Vertraulichkeitsvereinbarung, die Ihr Anwalt aufsetzt oder prüft. Auf Börsen inserieren Sie anonym. Wie ein Inserat aussieht, das niemand zuordnen kann, steht unter Kurzprofil für den Firmenverkauf. Bei Wettbewerbern gilt eine besondere Reihenfolge, siehe An einen Wettbewerber verkaufen.

Wenn doch Gerüchte entstehen

Legen Sie vorher fest, was Sie sagen. Leugnen ist der schlechteste Weg, denn wenn der Verkauf kommt, haben Sie Ihr Team angelogen. Ein ehrlicher Satz, der nichts vorwegnimmt, funktioniert besser:

Vorlage

„Ich bin 62. Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es mit dem Betrieb weitergeht, und ich spreche auch mit Leuten darüber. Entschieden ist nichts. Wenn es etwas zu sagen gibt, erfahrt ihr es als Erste von mir.“

Dann halten Sie das Versprechen. Wenn die Gerüchte stärker werden oder Schlüsselleute unruhig sind, informieren Sie früher als geplant, zuerst die wichtigsten Personen einzeln.

Digitale Spuren vermeiden

Auch digital hinterlässt die Vorbereitung Spuren. Unterlagen für Käufer gehören nicht auf den gemeinsamen Server, auf den das Büro Zugriff hat. Nutzen Sie einen eigenen, geschützten Speicher oder den Datenraum Ihres Beraters. Termine mit Käufern tragen Sie nicht in den Betriebskalender ein, und E-Mails zum Verkauf laufen über eine Adresse, die nur Sie lesen. Vertrauliche Unterlagen drucken Sie zu Hause aus.

Merksatz

Diskretion heißt, zu wissen, wer wann was erfährt, und für jeden Umbau im Betrieb einen Grund zu haben, der auch ohne Verkauf stimmt.

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Quellen

  • Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL. Vertraulichkeitsvereinbarungen sind mit einem Anwalt zu gestalten.

Häufige Fragen

Halten Sie den Kreis der Eingeweihten klein, begründen Sie Umbauten mit Gründen, die auch ohne Verkauf gelten, führen Sie Käufergespräche außerhalb des Betriebs und geben Sie Daten nur gegen Vertraulichkeitsvereinbarung heraus.

Anfangs nur Ihre Familie, Steuerberater, Berater und bei Bedarf Anwalt und Bank. Ihr Stellvertreter kommt dazu, wenn ein Käufer ihn kennenlernen will. Team und Kunden erfahren es, wenn der Käufer feststeht.

Nicht lügen. Sagen Sie, dass Sie sich Gedanken über die Zukunft machen, dass nichts entschieden ist und dass Ihr Team es als Erstes von Ihnen erfährt, wenn es etwas zu sagen gibt. Diesen Satz halten Sie dann auch ein.

Die Vorbereitung oft ein bis zwei Jahre, weil die Maßnahmen auch ohne Verkauf sinnvoll sind. Die heiße Phase mit Käuferbesuchen und Prüfung meist nur einige Monate. Planen Sie deshalb die Information des Teams für diese Phase fest ein.

Außerhalb des Betriebs, etwa im Büro Ihres Beraters oder Steuerberaters. Besichtigungen legen Sie auf Zeiten, zu denen das Team nicht da ist.

Spätestens dann, wenn ein Käufer ihn kennenlernen will. Oft ist es sinnvoll, ihn früher einzuweihen, weil er bei der Vorbereitung hilft. Sagen Sie ihm ausdrücklich, dass es vertraulich ist, und sprechen Sie über seine Rolle beim künftigen Inhaber.

Beide sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Sprechen Sie trotzdem ausdrücklich an, dass das Thema vertraulich ist und wer in deren Büro davon wissen darf. Termine vereinbaren Sie direkt, ohne Umweg über Ihr Büro.

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