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Schreinerei verkaufen: Was Käufer an Werkstatt, Maschinen und Kunden prüfen

Eine Schreinerei verkaufen Sie meist an einen Meister aus dem eigenen Team, einen externen Schreinermeister oder einen Wettbewerber. Käufer schauen auf Maschinenpark und Werkstatt, auf den Kundenmix aus Objekt- und Privatkunden und darauf, ob Planung und Kalkulation am Inhaber hängen. Die Werkstattimmobilie klären Sie früh, denn sie verändert Preis und Finanzierung.

Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.

Eine Schreinerei ist oft das Werk einer ganzen Laufbahn. Die Werkstatt ist über Jahrzehnte gewachsen, die Maschinen hat der Chef ausgesucht, und viele Kunden kommen, weil sie wissen, dass er jedes Maß selbst geprüft hat. Genau das macht den Verkauf anspruchsvoll. Denn ein Käufer fragt: Was bleibt von dieser Qualität, wenn der Meister geht?

Definition

Eine Schreinerei verkaufen heißt, einen Betrieb des Tischler- und Schreinerhandwerks mit Werkstatt, Maschinen, Team, Kundenstamm und laufenden Aufträgen an einen neuen Inhaber zu übergeben, entweder mit oder ohne die Werkstattimmobilie.

Wer Schreinereien kauft

KäufertypWas er suchtTypisch für
Meister aus dem eigenen TeamEigene Selbstständigkeit im bekannten BetriebBetriebe mit 5 bis 15 Mitarbeitern
Externer SchreinermeisterEinstieg ohne NeugründungBetriebe mit gutem Ruf und moderner Werkstatt
WettbewerberFachkräfte, Kapazität, KundenBetriebe in derselben Region
Innenausbau- oder ObjektbauunternehmenFertigungskapazitätSchreinereien mit Objektbau

Für viele kleinere Schreinereien ist die Übergabe an einen Mitarbeiter der realistischste Weg. Wie die Finanzierung dabei gelingt, steht unter Betrieb an Mitarbeiter übergeben.

Worauf Käufer bei einer Schreinerei schauen

PrüfpunktWarumWas Sie vorbereiten
MaschinenparkGroße Investitionen, hoher ErsatzbedarfListe mit Alter, Zustand, Wartung und Ersatzzeitpunkt
Werkstatt und ImmobilieGehört sie Ihnen, wird sie verkauft oder vermietet?Klare Entscheidung und Mietvertragsentwurf
KundenmixObjektbau bringt Volumen, Privatkunden oft MargeUmsatz und Deckungsbeitrag nach Kundengruppen
Planung und AufmaßOft macht das der Chef selbstWer plant, zeichnet, misst auf?
KalkulationEinzelanfertigungen sind schwer zu kalkulierenKalkulationsregeln, Nachkalkulation je Auftrag
AuftragsbestandZeigt, wie sicher die nächsten Monate sindAuftragsliste mit Volumen und Zeitraum

Die Werkstattimmobilie: früh entscheiden

Bei vielen Schreinereien gehört die Werkstatt dem Inhaber privat. Dann gibt es drei Wege:

WegVorteilNachteil
Immobilie mitverkaufenEin Käufer, ein PreisKaufpreis steigt stark, Finanzierung wird schwerer
An den Käufer vermietenLaufende Mieteinnahme für Sie, Kaufpreis bleibt tragbarSie bleiben Vermieter, Mietvertrag muss langfristig sein
Betrieb zieht umImmobilie frei verwertbarUmzugskosten, Risiko für den Käufer

Welche Variante sich für Sie rechnet und welche steuerlichen Folgen sie hat, klären Sie mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie mit Käufern sprechen. Ein Käufer, der einen Mitarbeiter ist, kann sich eine Werkstattimmobilie oft nicht zusätzlich leisten. Dann ist die Vermietung meist der Weg, der den Verkauf überhaupt möglich macht.

Was den Preis treibt und was ihn drückt

Treibt den PreisDrückt den Preis
Gepflegter, moderner MaschinenparkInvestitionsstau bei CNC, Absaugung, Kantenanleimer
Meister oder Techniker plant und kalkuliertChef plant und misst jeden Auftrag selbst
Stabiler Kundenmix mit guter MargeEin Objektkunde mit großem Anteil und knapper Marge
Eigene Produktlinie oder SpezialisierungBeliebiges Angebot ohne erkennbaren Schwerpunkt
Ausbildungsbetrieb mit jungen GesellenTeam altert mit dem Chef

Wie Käufer einen Investitionsstau vom Preis abziehen, steht unter Investitionsstau vor dem Verkauf. Wie Sie die Kalkulation abgeben, zeigt Kalkulation abgeben.

Rechenbeispiel: Was die Unterschiede ausmachen

Zwei Schreinereien mit gleichem Gewinn:

RechenbeispielBetrieb ABetrieb B
Bereinigtes EBIT160.000 €160.000 €
AusgangslageChef plant und misst auf, Maschinen über 15 Jahre altMeister plant, Maschinen gepflegt und teils erneuert
Angenommener Faktor3,24,0
Unternehmenswert512.000 €640.000 €
Abzug Nachholbedarf Maschinen-120.000 €0 €
Preis nach Abzug392.000 €640.000 €
Unterschied248.000 €

Bei Betrieb A kommen zwei Abschläge zusammen: ein niedrigerer Faktor wegen der Abhängigkeit vom Chef und ein Abzug für den Investitionsstau. Die Faktoren sind angenommen und keine Marktwerte.

Erste Schritte

  1. Maschinenliste mit Alter, Zustand und Ersatzzeitpunkt anlegen.
  2. Entscheidung zur Werkstattimmobilie mit dem Steuerberater vorbereiten.
  3. Deckungsbeitrag nach Kundengruppen rechnen, siehe Unrentable Kunden erkennen.
  4. Planung und Aufmaß schrittweise an einen Meister oder Techniker übergeben.
  5. Wert mit dem Firmenwert-Rechner eingrenzen.

Merksatz

Bei einer Schreinerei kauft der Käufer Werkstatt, Maschinen und das Können des Teams. Je weniger Planung und Kalkulation am Meister hängen und je klarer die Frage der Immobilie ist, desto leichter wird der Verkauf.

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Quellen

  • Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL.

Häufige Fragen

Schauen Sie zuerst in Ihr Team, dann nach externen Schreinermeistern, etwa über die Betriebsbörse Ihrer Handwerkskammer oder nexxt-change, und nach Wettbewerbern in der Region. Mehr dazu unter Unternehmensbörse fürs Handwerk.

Das ergibt sich aus dem bereinigten Gewinn mal einem Faktor, der vom Risiko abhängt. Ein moderner Maschinenpark, ein Team, das ohne Sie plant und kalkuliert, und ein gesunder Kundenmix heben den Wert. Die Werkstattimmobilie wird meist gesondert betrachtet.

Das hängt davon ab, was der Käufer finanzieren kann und was für Sie steuerlich sinnvoll ist. Bei Übergaben an Mitarbeiter ist die Vermietung oft der einzige tragbare Weg. Klären Sie das mit Ihrem Steuerberater vor den Gesprächen.

In Maschinen, deren Ausfall Aufträge gefährdet, oft ja. In große neue Anlagen kurz vor dem Verkauf meist nicht, weil sich der zusätzliche Gewinn noch nicht zeigt. Eine gepflegte Maschinenliste begrenzt pauschale Abschläge.

Mit Vorbereitung meist zwei bis drei Jahre, vom Aufbau des Nachfolgers bis zur Übergabe. Die eigentliche Käufersuche und Verhandlung dauert oft sechs bis zwölf Monate.

Ja, häufig über eine Vermietung der Werkstatt an den Käufer mit langfristigem Mietvertrag. So muss er nur den Betrieb finanzieren. Die steuerlichen Folgen klären Sie vorher mit Ihrem Steuerberater.

Das regeln Käufer und Verkäufer im Kaufvertrag. Legen Sie eine Auftragsliste mit Volumen, Stand und erhaltenen Anzahlungen vor, damit der Käufer weiß, was er übernimmt. Die vertragliche Gestaltung übernimmt Ihr Anwalt.

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