Mit der Familie über den Firmenverkauf sprechen: Das Gespräch vor allen anderen
Mit der Familie sprechen Sie über den Firmenverkauf vor allen anderen, zuerst mit Ihrem Partner, dann mit den Kindern. Klären Sie fünf Fragen: ob jemand aus der Familie übernehmen will, was Sie nach dem Verkauf vorhaben, wie viel Geld Sie brauchen, wer im Betrieb mitarbeitet und wie Sie Entscheidungen treffen. Rechtliche und steuerliche Fragen klären Sie danach mit Fachleuten.
Hinweis: Artikel und Inhalte sind keine Rechts- oder Steuerberatung und ersetzen keine Beratung durch Rechts- und Steuerexperten.
Der Betrieb gehört Ihnen. Aber er hat Ihre Familie über Jahrzehnte mitgeprägt. Ihr Partner hat Abende und Urlaube für ihn aufgegeben, vielleicht die Buchhaltung gemacht. Die Kinder sind mit dem Betrieb groß geworden, haben in den Ferien ausgeholfen, und vielleicht hat jeder im Stillen erwartet, dass eines von ihnen übernimmt.
Deshalb ist das Gespräch über den Verkauf das erste und oft das schwierigste. Es gehört vor jede Käuferansprache, vor jedes Inserat und vor jedes Gespräch mit dem Team.
Definition
Das Familiengespräch zum Firmenverkauf ist die offene Klärung mit Partner und Kindern, ob der Betrieb innerhalb der Familie weitergeht oder verkauft wird, welche Erwartungen und Sorgen bestehen und wie die Familie die Entscheidung mitträgt.
Die Reihenfolge
- Zuerst Ihr Partner. Allein, in Ruhe, ohne Zeitdruck. Er oder sie ist von der Entscheidung genauso betroffen wie Sie.
- Dann die Kinder. Gemeinsam oder einzeln, je nach Familie. Wichtig ist, dass alle dieselbe Information bekommen.
- Dann weitere Familienmitglieder, wenn sie beteiligt sind, etwa Geschwister mit Anteilen oder mitarbeitende Angehörige.
Fünf Fragen, die auf den Tisch müssen
| Frage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Will jemand aus der Familie übernehmen, wirklich? | Ein Kind, das aus Pflichtgefühl ja sagt, ist oft die schlechteste Lösung |
| Was machen wir nach dem Verkauf? | Ohne Plan für die Zeit danach fällt das Loslassen schwer |
| Wie viel Geld brauchen wir aus dem Betrieb? | Legt fest, welcher Preis und welcher Weg in Frage kommen |
| Wer arbeitet heute im Betrieb mit, und was wird aus dieser Person? | Mitarbeitende Angehörige verlieren ihren Arbeitsplatz oder ihre Rolle |
| Wie entscheiden wir, und wer entscheidet am Ende? | Verhindert, dass alte Konflikte den Verkauf blockieren |
Die Geldfrage ist oft der Punkt, an dem Paare merken, dass sie unterschiedliche Vorstellungen haben. Rechnen Sie sie gemeinsam durch, bevor Sie mit Käufern sprechen. Die Rechnung dazu steht unter Wie viel Geld brauche ich zum Aufhören.
Wenn der Partner im Betrieb mitarbeitet
Dann verliert er mit dem Verkauf ein Stück gemeinsame Lebensgeschichte und dazu seine Aufgabe. Oft hat er Buchhaltung, Lohn oder Kundenkontakt über Jahre allein gemacht. Für einen Käufer ist das ein eigenes Risiko, denn dieses Wissen muss übergeben werden. Besprechen Sie früh, ob Ihr Partner nach dem Verkauf eine Übergangszeit mitarbeiten möchte oder mit Ihnen aufhört. Mehr dazu unter Ehepartner arbeitet im Betrieb mit.
Wenn die Kinder nicht übernehmen
Viele Kinder haben längst einen anderen Weg eingeschlagen und trauen sich nicht, es offen zu sagen. Oder Sie trauen sich nicht, es zu fragen. Machen Sie es beiden leicht:
Vorlage
„Ich plane, in den nächsten drei Jahren aufzuhören. Ich will von euch ehrlich wissen, ob einer von euch den Betrieb übernehmen möchte. Ein Nein ist völlig in Ordnung. Ich brauche nur Klarheit, damit ich planen kann.“
Ein ehrliches Nein erspart Ihnen Jahre des Wartens. Wie Sie mit einer Absage umgehen, steht unter Mein Kind will den Betrieb nicht übernehmen. Wenn ein Kind will, beginnt eine andere Planung, siehe Familieninterne Nachfolge in drei Phasen.
Wenn jemand dagegen ist
Widerstand hat fast immer einen Grund, der nicht ausgesprochen wird. Häufige Gründe sind:
- Verlustangst. Der Betrieb ist Teil der Familiengeschichte.
- Erbe. Kinder rechnen mit dem Betrieb als Erbe, auch wenn sie ihn nicht führen wollen.
- Sorge um Sie. Der Partner fürchtet, dass Sie ohne Betrieb in ein Loch fallen.
- Misstrauen gegenüber dem Käufer. Besonders, wenn ein Investor oder Wettbewerber im Spiel ist.
Fragen Sie nach, was hinter dem Nein steckt. Oft lässt sich die Sorge auflösen, etwa mit einem klaren Plan für die Zeit danach oder einem Käufer, der Namen und Standort erhält. Erbrechtliche und steuerliche Fragen klären Sie mit Ihrem Steuerberater und Notar.
Wann Sie Hilfe von außen holen
Wenn das Gespräch immer wieder im Streit endet oder alte Konflikte aufbrechen, hilft eine neutrale Person. Das kann ein Berater sein, der Familien in der Nachfolge begleitet, oder ein Mediator. Die Kosten sind gering im Vergleich zu einem Verkauf, der an der Familie scheitert.
Merksatz
Der erste Käufer, den Sie überzeugen müssen, sitzt am eigenen Küchentisch. Ein Verkauf, den die Familie nicht mitträgt, wird zäh, und oft scheitert er.
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Quellen
- Eigene Methodik MAXIMAL.DIGITAL. Erbrechtliche, gesellschaftsrechtliche und steuerliche Fragen sind nicht Gegenstand dieses Artikels.